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	<title>Beate Großeggers Blog - Institut für Jugendkulturforschung</title>
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	<description>Die Schnittstelle zu jungen Zielgruppen</description>
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	<title>Beate Großeggers Blog - Institut für Jugendkulturforschung</title>
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		<title>Do we want to be friends?</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 01 May 2025 09:38:26 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Freundschaft]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Freundschaft präsentiert sich als unspektakuläres Thema: zu unspektakulär, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erfahren. Aber ist sie das wirklich?<br />
Lesen Sie mehr über Freundschaftskonzepte Jugendlicher im Kontext des Wertewandels ...</p>
<p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2025/05/01/do-we-want-to-be-friends/">Do we want to be friends?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p>Freundschaft präsentiert sich als unspektakuläres Thema: zu unspektakulär, um öffentliche Aufmerksamkeit zu erfahren. Aber ist sie das wirklich? Als Lesemensch bin ich kürzlich über ein Buch von Leonie Linek gestolpert: <a href="https://www.bic-media.com/widget/?isbn=9783779986898&amp;buyUrl=https%3A%2F%2Fwww.beltz.de%2Ffachmedien%2Fsozialpaedagogik_soziale_arbeit%2Fprodukte%2Fdetails%2F55226-freundschaft-als-sehnsuchtsort.html" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>Freundschaft als Sehnsuchtsort. Was Menschen im neuen Mittelschichtsmilieu in ihren Freundschaften suchen</strong></a>. Eigentlich nicht mein Forschungsschwerpunkt, für mich als Jugendforscherin nichtsdestotrotz bereichernd: Ich habe viele Berührungspunkte, aber natürlich auch Unterschiede zu den Freundschaftsidealen Jugendlicher gefunden. Und, was noch wichtiger ist, das Buch hat mich zum Nachdenken gebracht, warum für junge Menschen gerade heute, in den turbulenten 2020er Jahren, Freundschaft so wichtig ist. Aber war das nicht immer so, dass Jugendlichen ihre Freunde wichtig sind, könnten Sie mich jetzt fragen? Meine Antwort lautet: Jein.</p>



<p><strong>Das Thema „Freundschaft im Jugendalter“ suggeriert trügerische Stabilität</strong></p>



<p>Aktuelle Jugendstudien belegen, dass Freunde und Freundinnen für junge Menschen enorm wichtig sind. Gefühlt war das immer schon so. Alles wie immer, so könnte man also meinen. Doch damit liegt man falsch. In den drei Jahrzehnten, die meine Forscherinnenbiografie prägen, hat sich eine Unmenge an Daten angesammelt. Und diese zeigen eines sehr deutlich: dass die Freundschaftskonzepte der Jugend vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher Entwicklungen, vor allem aber vor dem Hintergrund des allgemeinen Wertewandels ständig in Veränderung begriffen sind. Das betrifft die Bedeutung, die Jugendliche der Freundschaft zuweisen, ihre Freundschaftsideale und ebenso die Praxis gelebter Freundschaften.</p>



<p>Dass dies oftmals auch eine Neubewertung anderer wichtiger Lebensbereiche, die relational zu Freundschaft zu verstehen sind, wie Familie, Paarbeziehung, aber auch Arbeitswelt, mit sich bringt, wird meist übersehen. Das klingt zu abstrakt? Gut, dann sehen wir uns drei konkrete Beispiele an.</p>



<p><strong>Back to the 90ies: Peers als Konkurrenz zur Familie</strong></p>



<p>Die 1990er Jahre bringen einen enormen Individualisierungsschub. Breits in den 1980er Jahren, genauer gesagt ab Mitte der 1980er, beginnt die Jugendkultur in vielfältige Lifestylegruppen auszudifferenzieren. Im Folgejahrzent nimmt dieser Trend weiter Fahrt auf und die 1990er bringen einen Durchbruch der jugendkulturellen Szenen. Inspiriert von der US-amerikanischen Musikkultur, gewinnen HipHop und Grunge, aber auch Freestyle-Sportarten wie Skaten und Snowboarden an Bedeutung. Zeitgleich zieht Techno als ausgeflippte, junge Party-Szene die Blicke der Öffentlichkeit auf sich. Und im Alternative Rock hält man es mit Garbage-Frontfrau Shirley Manson: „Destroy your idols, create a scene.“</p>



<p>Das Bild, das die Jugend- und Jugendwerteforschung von dieser Zeit zeichnen, zeigt die 1990er Jahre als das große Jahrzehnt der jugendkulturellen Szenen. Zugleich bilden die Forschungsdaten im Bereich der für junge Menschen wichtigen Lebensbereiche einen signifikanten Bedeutungsgewinn der sogenannten „Gesellschaft der Altersgleichen“, sprich: der Freunde und Bekannten ab.</p>



<p>Die biografische Lebensphase „Jugend“ dehnt sich nach unten aus: Heranwachsende entscheiden sich bereits im Pre-Teens-Alter, nicht mehr Kind, sondern Jugendlicher/Jugendliche zu sein. Und sie geben ihrer Selbstdefinition über einen in der Peergroup geteilten jugendkulturellen Lifestyle Ausdruck (Musik, Kleidungsstil, Sprache et cetera).&nbsp;</p>



<p>Die Jugendforschung reagiert. Man nimmt zur Kenntnis, dass Jugendliche aufgrund des beschleunigten technologischen und kulturellen Wandels das Alltagswissen und die sozialen Handlungspraktiken der Eltern- und Großelterngeneration als zunehmend entwertet oder für die Bewältigung des jugendlichen Alltags zumindest als wenig relevant empfinden.&nbsp;Jugendliche gehen, so wird argumentiert, daher zu traditionellen Sozialisationsinstanzen auf Distanz und orientieren sich stärker an der Gesellschaft der Altersgleichen. Der Fokus der Forschenden richtet sich auf Selbstsozialisation.</p>



<p>Im Konzept der Selbstsozialisation begegnen wir Jugendlichen als Akteuren und Akteurinnen, die durch selbstgesteuerte Aneignung von Welt Fähigkeiten erwerben und Identität bilden. Selbstgesteuerte Aneignung ist dabei nicht nur im engeren Wortsinn als selbstständiger Aneignungsprozess zu verstehen, sondern passiert vor allem in der Interaktion mit dem altersgleichen Freundeskreis. Unter Experten (hier bewusst in der männlichen Form) beginnt daher eine Debatte darüber, ob der Begriff Selbstsozialisation der richtige oder nicht doch vielleicht Peersozialisation der stimmigere sei. Die zu kulturapokalyptischen Prognosen neigende öffentliche Jugenddebatte sieht durch die Konkurrenz der Peergroup indessen die Familie als zentrale Sozialisationsinstanz bedroht. Die Jugendwerteforschung ist, wie so oft, bemüht, zu beruhigen: Zumindest was wichtige Lebensbereiche betrifft, rangiert die Familie neben Freundschaftsbeziehungen auch Ende der 1990er nach wie vor ganz oben.&nbsp;&nbsp;</p>



<p><strong>Die 2010er: Selbstverwirklichung plus viele Freunde als Projekt der Gesellschaft der Altersgleichen</strong></p>



<p>Die Jahre vergehen. Die Welt, in der junge Menschen aufwachsen, verändert sich. In den frühen 2010er Jahren ist alles anders. Jugendkulturen weichen in digitale Räume aus. Das heißt, sie sind im öffentlichen Raum als expressive Gruppenstile nicht mehr so präsent wie in den 1990ern. Das Internet ist für breite Bevölkerungsschichten zu einem Stück Alltag geworden. Und es hat sich auch in seiner Angebotsstruktur verändert. Das Web 1.0 wird zunehmend vom Web 2.0, dem sogenannten Mitmachnetz, abgelöst. Die Erfolgsgeschichte der Social Media beginnt. Und mit Social Media gewinnt bei Jugendlichen ein bislang kaum vorstellbares Freundschafts- oder besser: Kontaktmanagement an Raum. Jugendliche brüsten sich damit, mehrere 100 Facebook-Freunde zu haben. Plötzlich gilt: Wer mehr Facebook-Freunde hat, ist in der Gesellschaft der Gleichaltrigen auch mehr wert (ganz besonders bei jungen Menschen in wenig privilegierten Milieus).</p>



<p>Die begriffliche Trennlinie zwischen Freundschaft, persönlichen Bekanntschaften, die man aus dem realen Leben kennt, und reinen Social-Media-Kontakten beginnt zu verschwimmen. Was zählt, ist die Community. Es etabliert sich ein Freundschaftsbegriff, der mit dem Freundschaftsideal, welches der engen Freundschaft zu den allerbesten Freunden und Freundinnen zugrunde liegt, radikal in Kontrast steht.</p>



<p>Vor allem in den bildungsnahen Milieus folgen die frühen 2010er Jahre dem Motto „Her mit dem schönen Leben“. Nach der Banken- und Finanzmarktkrise scheint das Schlimmste (zunächst) überwunden. Materielle Aufstiegshoffnungen sind allerdings nach wie vor gebremst. Junge Menschen suchen und finden Lebensqualität woanders. Selbstverwirklichung im Beruf wird vor allem in den Bildungsschichten zu einem großen Thema. Und selbstverwirklichen kann man sich aus Sicht der Jungen am besten in einem jungen, lifestylekompatiblen Team-Umfeld. Ansonsten gilt: Netzwerken, netzwerken, netzwerken! Facebook hebt zum Höhenflug ab: in der privaten Nutzung, aber auch beruflich.</p>



<p>In den Wissens- und Kreativberufen arbeiten junge Menschen als „digitale Nomaden“ von überall aus in der Welt. Die Tourismusbranche entdeckt sie als Zielgruppe und bietet „Workation“ an, also Arbeitsurlaub, beispielsweise im Surfer-Paradies: mit gut ausgestattetem Co-Working-Space plus allem Drum und Dran, was zu einem lifestyletauglichen Urlaubserlebnis dazugehört. Junge Start-ups sind bei ambitionierten „High Potentials“ das Ding der Stunde. Gemeinsam mit mehr oder weniger engen Freunden und Freundinnen ein eigenes Projekt aus dem Boden zu stampfen, ist Triebfeder, um Erwerbsarbeit für die eigene Lifestyle-Nische zu adaptieren. Start-ups werden als Selbstverwirklichungsprojekte gesehen und nicht als das, was sie zumindest in einzelnen Branchen tatsächlich wohl oft eher sind: Notlösungen für das akademische Prekariat.</p>



<p>Im Mainstream der jungen Erwerbsgeneration konzentriert sich das Personalmanagement indessen verstärkt darauf, die Firma als eine Art Ersatzfamilie imagetragend aufzubauen. Das bedeutet u.a. auch, junge Teams als Ersatzfreundeskreise aufzustellen, und zwar aus motivationalen Gründen: damit sich die nachrückende Erwerbsgeneration am Arbeitsplatz wohlfühlt und mehr leistet (dass zwischen sich im Team wohlfühlen und der Bereitschaft, etwas zu leisten, ein Zusammenhang besteht, zeigen Forschungsdaten deutlich). Von Arbeitgeberseite wird eine gemütliche Kaffeeküche für den informellen Austausch, frisches Obst und kleine Snacks für zwischendurch und vielleicht sogar ein Fitness- und/oder Ruheraum bereitgestellt. Für die jungen Teams heißt es, nach Dienstschluss noch gemeinsam auf ein Getränk zu gehen oder gemeinsam erbrachte Teamleistungen mit einem Ausstellungs- oder Restaurantbesuch zu feiern. Und dabei gilt: Das macht wirklich Spaß.</p>



<p>Für die Generation Z ist dies heute keine allzu attraktive Option. Zwar wollen sich junge Menschen auch Mitte der 2020er Jahre am Arbeitsplatz wohlfühlen. Sie legen neben Jobsicherheit und Bezahlung auf ein gutes Betriebsklima sogar sehr viel Wert. Aber sie trennen sehr klar zwischen beruflich und privat und sind meistens froh, wenn sie nach Dienstschluss die Tür zu ihrer Firma schließen können und bis zum Dienstantritt am nächsten Tag von ihrem Job und auch den Leuten, mit denen sie zusammenarbeiten, nichts sehen.</p>



<p><strong>Die unruhigen 2020er: Freundschaften als Zufluchtsort der Generation Z, Ideal und Wirklichkeit laufen auseinander</strong></p>



<p>In den 2020er Jahren stehen die Zeichen auf Zeitenwende: Krisen, Kriege und KI haben unser Alltagsleben gegen den Strich gebürstet. Zukunftsunsicherheit rahmt das Lebensgefühl der heutigen Jugend. Junge Menschen haben das Bedürfnis, sich zumindest punktuell und zeitlich begrenzt aus all dem, was belastet, zurückzuziehen.</p>



<p>Die digitalen Jugendkulturen haben sich weiterentwickelt. Social Media sind mittlerweile ein unspektakuläres Stück Alltag: für die breite Mehrheit so selbstverständlich wie Kühlschrank und Waschmaschine. Zwar ist Facebook bei den Jungen weitgehend passé, doch TikTok und Insta(gram) boomen. Immer mehr Jugendliche begnügen sich allerdings mit Zuschauen. Das heißt, sie nehmen sich in Sachen „Content Creating“ wie auch im Bereich der Kontaktnetzwerkpflege bewusst zurück.</p>



<p>Die Jugend der 2020er setzt (wieder) stärker auf kleine Freundeskreise, frei nach dem Motto „Small is beautiful“. Das Eintauchen in eine von emotionaler Nähe geprägte Gemeinschaft vor Ort gibt ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit. Wie Daten der Jugendforschung zeigen, helfen gute, verlässliche Freunde und Freundinnen jungen Menschen in gesellschaftlich turbulenten Zeiten, in denen niemand so recht weiß, wie es weitergeht, psychisch stabil zu bleiben. Freundschaft markiert für sie einen idealen Ort, der Harmonie und Zuflucht bietet.</p>



<p>Das <strong>Freundschaftsideal der Generation Z</strong> fokussiert nicht mehr auf große Netzwerke, sondern auf verlässliche Freundschaften. Besonders relevant sind dabei folgende vier Aspekte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>wechselseitige Fürsorge im Sinne von <strong>Hilfe und Unterstützung „on demand“</strong> (dass junge Menschen hier einen starken Akzent setzen, liegt angesichts ihrer geballten Krisenerfahrung und, damit verbunden, wachsender Sehnsucht nach Sicherheit durchaus nahe);</li>



<li><strong>Authentizität</strong>: Im Kreise der Freunde und Freundinnen kann man die Erwartungen der Eltern und Lehrer ausblenden und man kann, anders als auf Social Media, wo Jugendliche erfolgsgesellschaftlichen Gesetzmäßigkeiten folgen und sich an optimierter Selbstpräsentation und perfekter Inszenierung abarbeiten, <strong>einfach so sein, wie man ist</strong> – das verspricht zumindest das Ideal;</li>



<li><strong>Freisein von Konkurrenz</strong>: Wenn Jugendliche in eine von emotionaler Nähe und wechselseitiger Fürsorge getragene Gemeinschaft eintauchen, fühlt sich das für sie als wohltuender Kontrast zu den zunehmend marktförmigen Beziehungen, die unsere Wettbewerbsgesellschaft prägen, an;</li>



<li><strong>Autonomie</strong> im Sinne einer Beziehung, die trotz empfundener Nähe keine allzu strengen Verpflichtungen mit sich bringt und das Individuum in seiner persönlichen Freiheit daher auch kaum einschränkt. Jugendliche haben das Gefühl, dass sie in ihren Freundschaftsbeziehungen für sich selbst mehr Spielräume haben und auch situationselastischer reagieren können als in den stärker selbstverpflichtenden Beziehungen innerhalb ihrer Herkunftsfamilie oder auch in der Paarbeziehung. Für die Generation Z, die sich generell durch eher geringe Bereitschaft zu Selbstverpflichtung charakterisiert, ist dies ein wichtiger Qualitätsfaktor ihrer Freundschaften.</li>
</ul>



<p>Im Klartext heißt dies: Das Freundschaftsideal der Generation Z setzt auf Fürsorge <em>und </em>Freiheit. Sie ahnen es vermutlich schon. Dieses Ideal einzulösen, ist nicht immer leicht: vor allen in unruhigen Zeiten.&nbsp;</p>



<p>Die 2020er Jahre sind davon geprägt, dass ständig etwas passiert, auf das unsere Gesellschaft nicht wirklich gut vorbereitet ist (Stichwort „Krise“). Junge (wie natürlich auch ältere) Menschen sind unterschiedlich betroffen. Lebensrealitäten laufen auseinander. Bereits während der Pandemie haben viele Jugendliche erlebt, wie schnell Freundschaften zerbrechen können. Unterschiedliche Gefährdungslagen, aber vor allem auch unterschiedliche Zugänge zum Pandemiemanagement wurden plötzlich zu unüberbrückbaren Hürden. Die emotionale Nähe, die Freundschaften auszeichnet, zerbrach. Seitdem beobachten Jugendliche bei wichtigen Fragen unserer Zeit eine zunehmende Tendenz zur Polarisierung. Die Pandemie ist zwar vorüber, dafür sind neue Probleme aufgepoppt, bei denen sich in der Bevölkerung die Geister scheiden. Das ist ein Angriff auf das Harmoniebedürfnis der Generation Z.</p>



<p>Insbesondere bei kontroversiell diskutierten politischen Themen entscheidet sich die harmoniebedürftige Generation Z daher gerne zur Flucht:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die einen begeben sich gezielt in die Echokammer Gleichgesinnter und blenden Andersdenkende aus dem persönlichen Alltag so gut wie möglich aus. Auf Social Media tobt zeitgleich ein Kampf um Deutungshoheit zwischen polarisierten Politikblasen. Einen klassischen Diskurs bzw. ein von Kompromiss getragenes Verhandeln politischer Themen findet man selten.</li>



<li>Andere wiederum blocken die Diskussion heißer politischer Fragen in ihren Freundschaftsnetzwerken ganz bewusst ab, und zwar aus einem aus ihrer Sicht guten Grund: So kommen sie nicht in die Situation, entscheiden zu müssen, ob man mit Leuten, die anders denken, überhaupt weiter befreundet sein kann. Loyalität gegenüber Freunden, die in wichtigen Fragen gänzlich andere Positionen einnehmen, fällt auf jeden Fall schwer. Daher, so die Logik derer, die diese Strategie wählen, ist es eben oft besser, strittige Themen erst gar nicht anzusprechen.</li>
</ul>



<p>Eine Freundschaft abzubrechen, gilt bei Jugendlichen im Falle eines Vertrauensbruchs als legitim, aber auch, wenn die persönlichen Vorstellungen vom Leben zu weit auseinander gehen. Oder man hat sich einfach „auseinandergelebt“. Junge Menschen verwenden hier ein ähnliches Vokabular wie Erwachsene in der Ehekrise. Gelegentlich verschwinden Freunde und Freundinnen dann auch ganz ohne Vorwarnung oder Begründung. In Zeitgeistdeutsch spricht man von „Ghosting“.</p>



<p>Um es auf den Punkt zu bringen: Die Idee, die junge Menschen heute, in Zeiten der Krise(n), mit Freundschaft verbinden, skizziert einen von wechselseitiger Fürsorge geprägten, harmonischen Zufluchtsort. Die Wirklichkeit ist aber oft eine andere.</p>



<p></p>



<p id="tw-target-text"><strong>BLOG:</strong> <a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noreferrer noopener">die_jugendforscherin: beate großeggers blog – alle Beiträge zum Nachlesen</a><br>Foto: Pixaby</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-9ac00cf961d1ea846fe5a532228b76c6"></p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2025/05/01/do-we-want-to-be-friends/">Do we want to be friends?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die juvenile Gesellschaft ignoriert ihre Best Agers, junge Menschen reagieren irritiert</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/10/28/die-juvenile-gesellschaft-ignoriert-ihre-best-agers-junge-menschen-reagieren-irritiert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 28 Oct 2024 11:41:03 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Best Agers]]></category>
		<category><![CDATA[Generationenforschung]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Der Begriff „Best Agers“ suggeriert: Hier geht es um Menschen, die aktiv sind und in Gemeinschaft und Gesellschaft vielfältige Verantwortungsrollen tragen.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p><strong>Ich bin Jahrgang 1966. Das heißt, ich falle nicht mehr in die werberelevante Zielgruppe, die in Medien und Marketing gängigerweise mit 14 bis 49 Jahren umrissen wird. Ich gehöre zur Gruppe der sogenannten Best Agers. Der Begriff „Best Agers“ klingt charmant. Er suggeriert: Hier geht es um Menschen in bestem Alter – Menschen, die (noch) aktiv sind und in Gemeinschaft und Gesellschaft vielfältige Verantwortungsrollen übernehmen. </strong></p>



<p>Nach Maßstäben unserer juvenilen Lifestylegesellschaft sind diese Best Agers aber eben nicht mehr wirklich werberelevant. Auch diese Botschaft vermittelt die Zielgruppendefinition „Best Agers“ deutlich. Und auch am Arbeitsmarkt bilden Best Agers eine Sondergruppe: Mit 50, spätestens aber mit 55 gilt man bekanntermaßen als schwer vermittelbar. Dass dem so ist, hat Studierende, mit denen ich unlängst zum Thema „Altersgruppendefinitionen in der Sozialforschung und Dialoggruppenkommunikation&#8220; arbeitete, sehr irritiert. Sie sahen mich an und wollten von mir wissen, „warum man die Best Agers ignoriert&#8220;. Eine gute Frage.</p>



<p>Tatsächlich ist es ja so, dass wir über Menschen in ihren angeblich besten Jahren auch von Seiten der Forschung eher wenig wissen. Diese Einsicht war Startpunkt, um in unserem Generationenschwerpunkt zur Abwechslung einmal nicht die Jungen, sondern die wenig beachtete Dialoggruppe der Best Agers ins Blickfeld zu nehmen.</p>



<p><strong>Mobilität, Konsum und freizeitorientierte Mediennutzung: Wie Best Agers ihren Alltag gestalten </strong></p>



<p>Unsere Daten zeigen eines sehr deutlich: Best Agers positionieren sich in der juvenilen Lifestylegesellschaft anders als die werberelevante Zielgruppe, aber sie positionieren sich zugleich auch selbstbewusst:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Sie sind weniger konsumfreudig als jüngere Bevölkerungsgruppen. </li>



<li>Aber ansonsten pfeifen die „neuen Alten“ großteils auf die in Bezug auf ältere Bevölkerungsgruppen zirkulierenden Klischees.</li>
</ul>



<p>Um ein paar ausgewählte Ergebnisse unseres Best Ager-Specials herauszugreifen (sämtliche Detailergebnisse finden Sie im Studienpaket <a href="https://jugendkultur.at/2024/09/23/neu-in-unserem-generationlab-best-ager-special/" target="_blank" rel="noopener" title="">Best Ager-Special: Mobilität, Konsum, Medien, Freizeit: 50- bis 75-Jährige und werberelevante Zielgruppe im Vergleich</a>):</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>42% der Männer aus der Gruppe der Best Agers haben einen Motorradführerschein. In jungen Jahren kokettierte so mancher von ihnen mit dem Lebensgefühl der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Easy_Rider" target="_blank" rel="noopener" title="">Easy Rider</a>. Heute fährt freilich nur mehr ein kleiner Teil Motorrad. Der Zeitgeist der „Generation Easy Rider“ ist vielen als Jugenderinnerung aber nach wie vor präsent. Aktuell hat im <strong>Mobilitätsverhalten</strong> der Best Agers der PKW einen Fixplatz: 3 von 4 Best Agers besitzen ein Auto. 9 von 10 Best Agers haben einen PKW-Führerschein. In ihrer aktuellen Lebenssituation bevorzugen Best Agers unkomplizierte und preisgünstige Fortbewegungsmittel. Und sie legen Wert darauf, in Sachen Mobilität unabhängig zu sein.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>In ihrem <strong>Konsumverhalten</strong> geben sich Best Agers im Vergleich zur werberelevanten Zielgruppe deutlich zurückhaltender. Am meisten geben sie für Mobilität und Urlaubsreisen aus. Urlaub gilt freilich nicht für alle. 3 von 10 Best Agers (30%) fahren nie auf Urlaub. Und auch mit dem <strong>Sparen</strong> ist das in höherem Lebensalter so eine Sache. Wie unsere generationlab-Studie <a href="https://jugendkultur.at/2024/09/25/neue-generationlab-studie-wie-wir-leben-wollen/" target="_blank" rel="noopener" title="">Wie wir leben wollen</a> zeigt, führen 6 von 10 Menschen im Ruhestand ein eher bescheidenes Leben. Von der Pension Geld zum Ansparen zurückzulegen, das spielt sich bei vielen nicht. Und dies gilt teils auch für Menschen, die erst auf die Pension zusteuern. Im Best-Ager-Segment der 50- bis 75-Jährigen geben jedenfalls lediglich 24% an, viel zu sparen.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Eine deutliche Bruchlinie zwischen Best Agers und werberelevanter Zielgruppe zeigt sich vor allem aber auch in der <strong>Mediennutzung</strong>: Lineares Fernsehen hat bei Best Agers einen höheren Stellenwert als in der werberelevanten Zielgruppe. Und öffentlich-rechtliche Angebote sind dabei gut positioniert. Digitale Angebote spielen in der freizeitorientierten Mediennutzung bei einem Gutteil der „neuen Alten“ hingegen nach wie vor kaum eine Rolle. Die überwiegende Mehrheit der Best Agers gibt für Computer- und Videospiele, kostenpflichtige Downloads oder Streamingdienste überhaupt nichts aus.</li>
</ul>



<ul class="wp-block-list">
<li>Und wie „ticken“ Best Agers in Sachen <strong>Social Media</strong>? Hier gilt: Facebook ist okay. Instagram und TikTok sind hingegen nach wie vor großteils Fremdland (PDF-Download: <a href="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Presseinfo_Best_Agers_TV-__Social-Media-Nutzung.pdf" target="_blank" rel="noopener" title="">TV- und Social-Media-Nutzung: Best Agers und werberelevante Zielgruppe im Vergleich</a>). Dennoch lassen sich Best Agers nicht so einfach auf „Medien für die ältere Generation“ festlegen. Hörbücher, die gerne als zeitgemäßes Freizeitangebot für Seniorinnen und Senioren angepriesen werden, werden von 70% der befragten Best Agers beispielsweise überhaupt nicht genutzt.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-full"><img fetchpriority="high" decoding="async" width="960" height="720" src="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1.png" alt="" class="wp-image-3643" srcset="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1.png 960w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1-300x225.png 300w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1-768x576.png 768w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1-16x12.png 16w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1-430x323.png 430w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1-860x645.png 860w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/10/Grafik1-600x450.png 600w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<p><strong>Best Agers denken und arbeiten anders</strong></p>



<p>Best Agers konsumieren anders als jüngere Bevölkerungsgruppen. Und sie denken und arbeiten auch anders, wie Martin Korte, Neurowissenschaftler und Autor des Buches „Jung im Kopf. Erstaunliche Einsichten der Gehirnforschung in das Älterwerden“, betont. Das Leben verändert sich, Prioritäten verschieben sich und auch das Gehirn verändert sich, so Korte. Entgegen gängiger Klischees allerdings nicht nur zum Schlechteren. &nbsp;</p>



<p class="has-black-color has-text-color has-link-color wp-elements-c3e015c77a939c23edd8d23e1765dff7">Mit dem Alter nimmt zwar die Reaktionsfähigkeit und insgesamt die Geschwindigkeit der Informationsverarbeitung ab – deshalb sagen Menschen jenseits der 50 auch so oft, dass sie nicht (mehr) multitaskingfähig sind. Mit zunehmendem Alter kann man aber „aufgrund seiner Lebenserfahrung in fast allen Situationen auf einen Erfahrungsschatz zurückgreifen, der es einem erlaubt, selbst bei schlechter ‚Faktenbeleuchtung‘ sicher einen guten Lösungsansatz zu unterbreiten“, schreibt Korte. Dass dies in der Arbeitswelt von unschätzbarem Wert ist, braucht man kaum eigens zu betonen.</p>



<p>Die Forschung zum Thema spricht eine klare Sprache: Mit der Berufserfahrung steigt nicht nur das berufsfeldbezogene Faktenwissen, sondern vor allem auch das Strategiewissen. Arbeitskräfte aus dem Best-Ager-Segment sind daher besser darin, Prioritären zu setzen, als junge Menschen. Und sie zeigen generell auch größere Problemlösungskompetenz. Zudem sind sie, wie Martin Korte betont, in der Lage, auch und gerade in komplexen Situationen gute Entscheidungen zu treffen, was jüngere Erwerbsbeteiligte vielfach (noch) überfordert.</p>



<p>Würde dies in der Arbeitswelt stärker wahrgenommen werden, hätten Best Agers eine bessere Arbeitsmarktposition und damit zugleich auch bessere Chancen, bis zum gesetzlichen Pensionsantrittsalter im Erwerbsleben zu bleiben. Und gleichzeitig hätte man in der Wirtschaft das Problem fehlender Fachkräfte und mangelnder Leistungsträger vermutlich zum Teil gelöst.</p>



<p></p>



<p><strong>Meine Studierenden haben mich nachdenklich gemacht</strong></p>



<p>In der Arbeitswelt gilt man heute mit 50 als alt. Nein, vielleicht sollte man besser sagen: Man gilt oft als <em>zu alt</em>. Schade. Ich glaube, wir müssen umdenken. Wir müssen sehen und wertschätzen, was ältere Erwerbsteilnehmerinnen und Erwerbsteilnehmer leisten.</p>



<p>Und wir sollten wohl auch darüber nachdenken, welche Rahmenbedingungen es braucht, damit Best Agers über das gesetzliche Pensionsantrittsalter hinaus einen Beitrag leisten können und wollen: etwa indem sie sich daran beteiligen, die nachrückende Erwerbsgeneration fachlich wie auch menschlich für die berufliche Zukunft aufzubauen und/oder indem sie ihre berufsfachliche Expertise weiterhin in den Wertschöpfungsprozess einbringen.</p>



<p>Gleichzeitig müssen wir aber auch anerkennen, was junge Menschen an Potentialen und frischer Energie ins Berufsleben einbringen. Wir werden in der Arbeitswelt zukünftig nämlich beide brauchen: die Jungen und die Alten.</p>



<p></p>



<p></p>



<p><strong>Lektüre-Tipp:</strong> Korte, Martin: Jung im Kopf. Erstaunliche Einsichten der Gehirnforschung in das Älterwerden, München: Pantheon Verlag, 2014 (Worin wir mit steigendem Alter besser werden und wo wir schlechter werden, lesen Sie übrigens auf Seite 28.)</p>



<p><strong>Studien-Tipp:</strong> <a href="https://jugendkultur.at/2024/09/23/neu-in-unserem-generationlab-best-ager-special/" target="_blank" rel="noopener" title="">Best-Agers-Special</a></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-5ae7c0256d531ed3f62a05a362a15168">Foto: Pixaby</p>



<p></p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/10/28/die-juvenile-gesellschaft-ignoriert-ihre-best-agers-junge-menschen-reagieren-irritiert/">Die juvenile Gesellschaft ignoriert ihre Best Agers, junge Menschen reagieren irritiert</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wider das Steigerungsspiel: Mit Jugendlichen über das einfache Leben nachdenken</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/09/01/wider-das-steigerungsspiel-mit-jugendlichen-ueber-das-einfache-leben-nachdenken/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Sep 2024 08:44:35 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendstudie]]></category>
		<category><![CDATA[Lebensqualität]]></category>
		<category><![CDATA[Philosophie der Einfachheit]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Woran denken junge Menschen, wenn sie „ein einfaches Leben“ hören? Kann das, was sie mit einem einfachen Leben verbinden, aus ihrer Sicht auch ein gutes Leben sein? Und: Ist ein einfaches Leben, so wie sie es verstehen, möglicherweise auch für sie persönlich eine Option?</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers </strong></a><strong><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger" target="_blank" rel="noopener" title="">Blog</a></strong></h4>



<p>Es ist zehn Jahre her, da schrieb ich im Auftrag des Jugendministeriums an einer Expertise zum Thema „Wie Jugendliche Lebensqualität verstehen und welche Faktoren ihre Lebensqualität beeinflussen“. Als Titel wählte ich „Prima leben in stereo“, ein Zitat aus der Jugendkultur der 2010er Jahre. Das schien mir damals passend.</p>



<p>Seitdem ist viel Zeit vergangen und es ist vieles passiert. Multikrisen, Kriege und KI –<strong> </strong>die 2020er Jahre sind von dynamischen Prozessen des Wandels geprägt. Sorgenvoll blickt die Jugend in die Zukunft. Die Klimakrise, neue geopolitische Konfliktherde, offene Fragen der Migrationspolitik, das Drohgespenst eines wiederauflebenden „Kalten Kriegs“ inklusiver atomarer Bedrohung – etliches macht Jugendlichen heute Angst. Nicht zu vergessen die Teuerung, die für viele junge Menschen ein im persönlichen Alltag sehr konkret spürbares Problem ist. All das schlägt sich bei der heutigen Jugend in der Einschätzung persönlicher Lebenschancen nieder:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Gingen im Jahr 2020, kurz nach Ausbruch der Corona-Pandemie, lediglich 26 Prozent der 16- bis 29-Jährigen davon aus, dass sie es im Leben später einmal schlechter haben werden als ihre Elterngeneration, ist der Anteil derer, die einen sozialen Fahrstuhleffekt nach unten befürchten und meinen, dass die heutige Jugend zukünftig mit einem schlechteren Lebensstandard rechnen muss, in der Erhebungswelle 2022/2023 auf 42 Prozent gestiegen (Insights-Premium-Abonnent*innen finden in unserem <a href="https://jugendkultur.at/insights/insights-premium/insights-premium/" target="_blank" rel="noopener" title="">Premium-Portal</a> Zeitreihendaten, die diese Trendentwicklung detailliert abbilden, siehe: FACTSHEET „Zukunftschancen der nachrückenden Generation: Trendentwicklung 2015 bis 2023“).</li>
</ul>



<p>Materieller Wohlstand und die Hoffnung auf einen steigenden oder zumindest stabilen Lebensstandard auf hohem Niveau ist für junge Menschen heute also nicht mehr so selbstverständlich wie noch vor zehn Jahren, als für junge Menschen eben noch „Prima leben in stereo“ das Motto war.</p>



<p>Dem nicht genug: Auch die Dynamiken der digitalisierten Gesellschaft werden von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mittlerweile nicht mehr nur als Chance empfunden. Die nahezu sämtliche Lebensbereiche erfassende digitale Mediatisierung saugt uns in den Echtzeitmodus und macht unser Leben zunehmend schneller. Der digitale Alltag ist von Hektik, Geschäftigkeit und Stress geprägt. Junge Menschen bewerten dies durchaus kritisch.</p>



<p>Die Ausgangslage, von der aus Jugendliche und junge Erwachsene heute ihre Lebensplanung in Angriff nehmen, ist demnach herausfordernd. Sehen junge Menschen für sich dennoch auch Gestaltungsspielräume und, wenn ja, welche? Denken sie, wenn sie den Statusquo kritisch bewerten, über Alternativen nach? Und: Machen sie sich in diesem Zusammenhang vielleicht auch über ein einfache(re)s Leben Gedanken? Diesen Fragen sind wir im Rahmen einer Fokusgruppenexploration nachgegangen. Und wir haben uns ganz bewusst dafür entschieden, junge Menschen, die weder aus Selbstverwirklichungsmilieus noch aus sozial privilegierten Lagen stammen, einzuladen.</p>



<p><strong>Mit jungen Menschen über das einfache Leben nachdenken</strong></p>



<p>Wir leben in einer Welt, in der bei den allermeisten Dingen die knallharte Ergebnisorientierung zählt. Mit „Herumphilosophieren“ kann man nicht punkten, sagen Jugendliche. Und die meisten sind darin auch nicht geübt. Über philosophisch angehauchte Lebensfragen wie Lebensqualität, ein „gutes Leben“ oder auch Lebenssinn nachzudenken, ist für sie ungewohnt und daher schwierig. Und doch gilt: „Es ist aber auch irgendwie interessant.“ </p>



<p>Im partizipativen Setting mit jungen Menschen über das Leben nachzudenken, hat nicht zuletzt deshalb einen besonderen Charme. Als Jugendforscherin beschäftigen mich hier drei Fragen besonders:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erstens: Woran denken junge Menschen, wenn sie „ein einfaches Leben“ hören?</li>



<li>zweitens: Kann das, was sie mit einem einfachen Leben verbinden, aus ihrer Sicht ein gutes Leben sein?</li>



<li>und drittens: Ist ein einfaches Leben, so wie sie es verstehen, möglicherweise auch für sie persönlich eine Option?</li>
</ul>



<p><strong>Selbstgenügsam vs. unkompliziert: Einfach leben – was heißt das überhaupt?</strong></p>



<p>Wie die Fokusgruppenexploration zeigt, kann ein einfaches Leben für Jugendliche unterschiedliches bedeuten: in bescheidenen Verhältnissen zu leben, aber auch ein unkompliziertes Leben zu führen. Und das eine hat aus Sicht junger Menschen mit dem anderen nicht unbedingt etwas zu tun.</p>



<p>Ein bescheidenes Leben zu führen ist, anders als die „Philosophie der Einfachheit“ es nahelegt, wenig attraktiv. Kein Wunder: Einfach und bescheiden zu leben, ist in der sozialen Lage unserer Fokusgruppenteilnehmer*innen keine bewusst getroffene Lebensentscheidung. Selbstgenügsamkeit resultiert hier meist vielmehr aus mangelnden Mitteln, um ein in materieller Hinsicht besseres Leben zu führen.</p>



<p>Kein Geld ausgeben ist für die Jugendlichen demnach nahezu gleichbedeutend mit kein Geld ausgeben können. Bescheiden leben zu müssen, weil die finanzielle Grundlage für einen guten Lebensstandard fehlt, das wollen sie selbstredend nicht. Das Gegenteil von einem in materieller Hinsicht einfachen Leben wäre ein Leben in Luxus: mit Villa, Yacht und Chauffeur. So stellen sie sich das vor. Für sie selbst liegt dies außer Reichweite, diesbezüglich sind sie sich sicher.</p>



<p>Bemerkenswerterweise wird ein einfaches Leben allerdings nicht immer gleich mit materiellen Aspekten der Lebensführung in Verbindung gebracht. Einfach leben kann für junge Menschen nämlich ebenso gut auch unkompliziert leben bedeuten. Ein unkompliziertes Leben bedeutet für Jugendliche „kein Stress“, „keine Sorgen“, keine große Verantwortung tragen, selbstbestimmt leben, nicht ständig den Erwartungen anderer entsprechen und nach deren Pfeife tanzen müssen sowie ausreichend Eigenzeit. In der aktuellen biographischen Situation wäre all das aus ihrer Sicht erstrebenswert.</p>



<p>Wir können also festhalten: Ein einfaches Leben im Sinne eines weniger komplizierten Lebens ist cool. Minimalismus im Sinne von Reduktion auf materielle Basics ist für junge Menschen aus nicht explizit privilegierten Milieus hingegen wenig attraktiv. Vielmehr wäre ihnen eine materiell gesicherte Basis als Grundlage für ihre Lebensplanung wichtig. Und dabei denken sie sich: Keine finanziellen Sorgen zu haben, macht das Leben auf jeden Fall auch einfacher.</p>



<p><strong>Wie viel Geld braucht man, um gut und glücklich zu leben?</strong></p>



<p>„Arm sein ist sch***“, darin sind sich die Jugendlichen einig. Wieviel Geld man braucht, um glücklich zu leben, darüber scheiden sich hingegen die Geister. Wer fast gar kein Geld hat, träumt vielleicht gerade deshalb von materiellem Luxus. Für andere gilt: Man sollte zumindest finanziell sorgenfrei sein. In der Basic-Variante heißt das: „Geld haben für alles, was man braucht“ (materielle Sicherheit), in der gehobeneren Form hingen „Geld haben für alles, was man möchte“ (materieller Wohlstand).</p>



<p>Was es aus Sicht der Jugendlichen braucht, um ein gutes Leben zu führen, ist schnell aufgezählt:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>erstens: zumindest so viel Geld zur Verfügung haben, dass man sorgenfrei leben kann,</li>



<li>zweitens: die richtigen Menschen um sich herum (gute soziale Einbindung; Familie und Freund*innen) und</li>



<li>drittens: dass man das, was man tut bzw. tun muss, auch halbwegs gerne macht.</li>
</ul>



<p>Von einem Trend zur „neuen Genügsamkeit“ ist demnach nichts zu bemerken. Die Ideale der <em>Voluntary Simplicity</em>-Bewegung sind den Jugendlichen, die an unserer Fokusgruppenexploration teilnahmen, ebenso fremd wie Konzepte ästhetischer Einfachheit. Thoreaus Hütte können sie nichts abgewinnen. Und mit dem Argument, dass in der Überflussgesellschaft bewusster Konsumverzicht dazu beitragen könne, die subjektiv empfundene Lebensqualität zu steigern, fangen sie schon gar nichts an: wohl auch deshalb, weil sie nicht das Gefühl haben, ein Leben in Überfluss zu führen.</p>



<p><em>Downshifting light</em> im Sinne von sanfter Konsum<em>reduktion </em>ist schon eher Thema als radikaler Konsumverzicht, wobei die Argumente, die die Jugendlichen vorbringen, interessanterweise vor allem auf positive Effekte einer mit reduziertem Besitz verbundenen Reduktion der Alltagskomplexität verweisen. Ihnen geht es also primär um Ballast ablassen, ausmisten, entrümpeln – frei nach dem Motto: „Simplify your life!“.</p>



<p><strong>„Unkompliziert leben“ zwischen „leicht leben“ und „langweilig leben“</strong></p>



<p>Immer mehr, immer größer, immer schneller – Steigerungslogiken, die unser gesellschaftliches wie auch unser privates Leben durchdringen, tragen dazu bei, dass unser Alltag immer dichter und unser Leben gefühlt immer komplizierter wird. Das Steigerungsspiel spielen wir zwar fast alle in der einen oder anderen Form mit. Zugleich wächst aber die Sehnsucht nach einem einfachen im Sinne von einem unkomplizierten Leben, und zwar nicht nur in der erwachsenen Bevölkerung, sondern auch bei Jugendlichen.&nbsp;</p>



<p>Doch was macht ein unkompliziertes, einfaches Leben eigentlich aus? „Ich habe nicht wirklich eine Definition“, antwortet im Rahmen unserer Fokusgruppenexploration eine der Jugendlichen. „Ich würde halt sagen, entweder ist es einfach langweilig oder einfach gut.“ Nachdenklich fügt sie hinzu: „Aber es ist eh realitätsfern ein unkompliziertes, einfaches Leben zu haben.“</p>



<p>Und die anderen ergänzen:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>„Einfach kann heißen: Es passiert nichts. Dann ist ein einfaches Leben langweilig. Oder es ist alles leicht, also angenehm. Es kann beides heißen.“</li>



<li>Und: „Wenn es zu einfach ist, dann ist es auf jeden Fall langweilig.“</li>



<li>Abgesehen davon gilt: „Wenn dir alles scheißegal ist, dann ist automatisch auch alles einfacher &#8230;“, aber das scheint den Jugendlichen (und auch mir) nicht unbedingt wünschenswert.</li>
</ul>



<p>Wohlhabend zu sein, ist für die Jugendlichen übrigens noch lange kein Garant für ein unkompliziertes Leben: „Man hat immer Probleme, egal in welcher Lage man ist. Ich arbeite in einer Bank und sehe es bei meinen Kunden. Egal wieviel Geld die haben, die haben immer irgendein Problem …“</p>



<p><strong>Sein Leben umkrempeln ist nicht einfach</strong></p>



<p>Für mich als Jugendforscherin ist spannend zu beobachten, wie das Denken der Jugendlichen um ein einfaches Leben als gutes Leben kreist. Teils greifen sie dabei, ohne es zu wissen, Argumente aus der in den Sozialwissenschaften und der Philosophie geführten Debatte auf. Teils entwickeln sie – bezugnehmend auf ihre konkreten Alltagserfahrungen – aber auch ganz eigene Problemperspektiven und liefern in Alltagssprache eine, wie mir scheint, durchaus schlüssige Kritik am gesellschaftlichen Steigerungsspiel.</p>



<p>Und sie schließen dabei an Jérôme Brillaud, Autor des Buches „Philosophie der Einfachheit“, an. Brillaud meint: „In den meisten Fällen beginnt ein einfaches Leben mit der Entscheidung, sein Leben umzukrempeln.“</p>



<p>Sein Leben umzukrempeln, ist manchmal unvermeidlich, manchmal eine Wohltat, die man sich selbst beschert, aber es ist selten einfach. Das, so scheint es, ist den Jugendlichen jedenfalls bewusst.</p>



<p><strong><br></strong></p>



<p><strong>COMING SOON: Neue Generationenstudie zum Thema „Wie wir leben wollen“ – jetzt mit Frühbucherbonus bestellen</strong>!<br>Im Rahmen unserer Eigenforschung läuft aktuell eine groß angelegte Umfragestudie unter dem Titel <a href="https://jugendkultur.at/2024/07/23/wie-wir-leben-wollen-studie-2024/" target="_blank" rel="noopener" title="">„Wie wir leben wollen: Lebensentwürfe und Lebensrealitäten im Generationen- und Lebensphasenvergleich“</a>. Die Ergebnisse werden bereits in wenigen Wochen vorliegen und, wie immer, über unsere Fortbildungs- und Beratungsangebote sowie als Studienpaket im freien Verkauf zugänglich sein. Sie können das Studienpaket bereits jetzt <strong>zum ermäßigten Frühbucherpreis vorbestellen:</strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li><strong>SUBSKRIPTIONSPREIS bei Bestellung bis 30.9.2024</strong>: Euro 1.050,00 exkl. USt. – zum&nbsp;<a href="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/08/Bestellformular_Studie_Wie_wir_leben_wollen_2024-1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bestellformular</a></li>



<li>Regulärer Preis bei Bestellung ab 1.10.2024:<strong>&nbsp;</strong>Euro 1.390,00 exkl. USt. – zum&nbsp;<a href="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/08/Bestellformular_Studie_Wie_wir_leben_wollen_2024-1.pdf" target="_blank" rel="noreferrer noopener">Bestellformular</a></li>



<li>Selbstverständlich nehmen wir Ihre Bestellung auch gerne über unseren Webshop entgegen: <a href="https://jugendkultur.at/product/studie-2024-wie-wir-leben-wollen/" target="_blank" rel="noopener" title="">Studie „Wie wir leben wollen“ via Webshop bestellen</a></li>
</ul>



<p></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-25e21774496fcddb814fdac606dd01d2">Foto: Pixabay</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/09/01/wider-das-steigerungsspiel-mit-jugendlichen-ueber-das-einfache-leben-nachdenken/">Wider das Steigerungsspiel: Mit Jugendlichen über das einfache Leben nachdenken</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Passives Engagement: Schon einmal gehört?</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/08/05/passives-engagement-schon-einmal-gehoert/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 05 Aug 2024 06:25:51 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Engagement]]></category>
		<category><![CDATA[Generation Nice]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendstudie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Wer mit jungen Menschen arbeitet, lernt immer etwas dazu. Zumindest mir geht das so. Für mich, die ich mich mit knapp dreißigjähriger Forschungserfahrung und der richtigen Dosis Selbstironie gerne als die „alte Dame der Jugendforschung“ bezeichne, war eigentlich klar, dass Engagement aktiv zu denken ist. Bis zu dem Punkt, als mir Jugendliche erklärten, dass ich damit nicht wirklich richtig liege ...</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p>Wenn man mit jungen Menschen arbeitet, lernt man immer etwas dazu. Zumindest mir geht das so. Für mich, die ich mich mit knapp dreißigjähriger Forschungserfahrung und der richtigen Dosis Selbstironie ab und an gerne als die „alte Dame der Jugendforschung“ bezeichne, war eigentlich immer klar, dass Engagement aktiv zu denken ist. Bis zu dem Punkt, als mir Jugendliche erklärten, dass ich damit nicht wirklich richtig liege. </p>



<p>Das hat mich doch ein klein wenig verblüfft. Dass Jugendliche die Debatte, die wir Erwachsene rund um die (mangelnde) Engagementbereitschaft junger Menschen führen, sehr oft „nervig“ finden, schien mir hingegen naheliegend. Doch alles der Reihe nach.</p>



<p><strong>Was wir aus der Engagement- und Werteforschung wissen</strong></p>



<p>Das Engagement Jugendlicher ist ein ewiges Streitthema. Den einen ist die Jugend zu ichbezogen und tellerrandfixiert, andere verweisen hingegen darauf, dass junge Menschen durchaus für ehrenamtliches Engagement zu begeistern sind und in der Freiwilligenarbeit wichtige Beiträge für die Gemeinschaft und die Gesellschaft leisten.</p>



<p>Wie Forschungsdaten zeigen, haben Burschen und junge Männer beim institutionellen Engagement die Nase vorne. Das heißt, sie engagieren sich in Organisationen. Mädchen und junge Frauen sind hingegen auch und gerade in Bereichen des informellen und individualisierten Engagements aktiv. Sie setzen sich individuell und ohne großen organisatorischen Background für Anliegen, die ihnen wichtig sind, ein und bieten, oft unbemerkt von der am Thema „Engagement“ interessierten Öffentlichkeit, Hilfestellung für Menschen im nahen persönlichen Umfeld, beispielsweise in Form von Nachbarschaftshilfe.</p>



<p>Unterschiede in der Haltung wie auch in den Ausdrucksformen, in denen sich das Engagement junger Menschen artikuliert, zeigen sich aber nicht nur im Vergleich der Geschlechter, sondern auch im Vergleich junger Menschen mit und ohne Migrationshintergrund. Jugendliche mit Migrationshintergrund werden von klassischen Ehrenamtsorganisationen beispielsweise schlechter erreicht als Jugendliche, die aus Familien stammen, welche über Generationen hinweg in Österreich ansässig sind, sie agieren in gemeinschaftlichen Bezügen aber oft sehr engagiert.</p>



<p>Eines gilt jedenfalls generell: Engagementformen und Engagementangebote verändern sich über die Jahre hinweg. Und das betrifft nicht nur den aktionistisch orientierten Protest. Von Freiwilligenorganisationen, aber auch von Seiten der politischen Jugendbeteiligung wird hier vielfach auf die wachsende Bedeutung des Online-Engagements Jugendlicher verwiesen. Und junge Menschen integrieren Online-Engagement heute tatsächlich mit großer Selbstverständlichkeit in ihre Engagementkulturen. </p>



<p>Interessant ist allerdings, dass sie Online-Engagement weitaus weniger euphorisch einschätzen als es die Debatte, die wir Erwachsene führen, vermuten lässt, und zwar aus einem gut nachvollziehbaren Grund, der in der Engagementforschung, wie ich finde, viel zu wenig berücksichtigt wird: aufgrund der aus ihrer Sicht fraglichen Effektivität.</p>



<p><strong>Engagement differenziert nach Wirkungsgrad</strong></p>



<p>In der Forschung differenziert man gemeinhin nach Engagementthemen und/oder dem Organisationsgrad, in dem Engagement stattfindet (organisierter Rahmen versus informelles Engagement bzw. institutioneller Rahmen versus individualisiertes Engagement). Ich halte das für wichtig und auch für interessant. Dennoch fehlt mir bei dieser gängigen Analyseperspektive ein Aspekt, den ich für das Verständnis des Engagements Jugendlicher zentral erachte: die Berücksichtigung der für junge Menschen motivational enorm wichtigen Frage „Was kann ich mit meinem Engagement überhaupt bewirken?“</p>



<p>Wir wissen aus der Forschung, dass grundsätzlich engagementbereite Jugendliche vor allem dann aktiv werden, wenn sie mit ihrem Engagement in überschaubarer Zeit einen konkreten, nach außen hin sichtbaren und in Bezug auf ihre thematischen Anliegen bzw. die ihnen wichtigen Adressat*innengruppen positiv spürbaren Effekt generieren. Junge Menschen „ticken“ in dieser Hinsicht durchaus sehr output-orientiert.</p>



<p>So gesehen macht es Sinn, die gängige Analyseperspektive zu ergänzen und sich näher anzusehen, welchen Wirkungsgrad junge Menschen mit unterschiedlichen Engagementangeboten verbinden.</p>



<p>In unserer Eigenstudie „Generation Nice“ haben wir dazu einen ersten Schritt getan. Uns hat interessiert, mit welchen Partizipations- und Protestformen junge Menschen Selbstwirksamkeit verbinden bzw. welche Formen des zivilgesellschaftlichen Engagements sie bevorzugt wählen würden, um etwas zu bewegen, gegen Missstände anzugehen und/oder gesellschaftliche Entwicklungen in eine aus ihrer Sicht „richtige Richtung“ zu lenken.</p>



<p>„<strong>Ärmel aufkrempeln und die Welt zu einer besseren machen“ versus „auf Probleme hinweisen</strong>“</p>



<p>Wie sich zeigt, engagieren sich junge Menschen mit durchaus sehr unterschiedlichen Zielsetzungen und Motiven: um die Erwachsenenöffentlichkeit und/oder die Politik auf ein für sie wichtiges Anliegen aufmerksam zu machen, um mit eigener Initiative und mit teils hohem persönlichen Einsatz einen Beitrag für die positive Entwicklung unserer Gesellschaft zu leisten oder auch, um politisch Druck auszuüben und „die Politik zum Handeln zu zwingen“. Abhängig vom Motiv variieren, wie die Studie „Generation Nice“ deutlich macht, die bevorzugten Engagementformen.</p>



<p>Haben junge Menschen den Anspruch, auf die Politik Druck auszuüben und politische Entscheidungsträger*innen zum Handeln zu zwingen, bevorzugen sie Formate, die hohe Anschlussfähigkeit an die Institutionenpolitik garantieren, und bedienen sich vorzugsweise aus dem für Politiker*innen gewohnten Protest- und Beteiligungsrepertoire (Demonstrationen, Streiks, Wahlen). Immerhin rd. ein Drittel der 16- bis 29-Jährigen (32%) hält es grundsätzlich auch für sinnvoll, einer Partei beizutreten, um die Politik (quasi von innen heraus) zum Handeln zu bringen.</p>



<p>Setzen Jugendliche Initiativen hingegen vorrangig, um die Öffentlichkeit für Themen und Probleme, die jungen Menschen wichtig sind, zu sensibilisieren, liegt ihr Fokus also auf Thematisierung, bevorzugen sie Online-Aktivitäten, allem voran Online-Aktivitäten auf Social Media:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>57 Prozent halten das Posten von Beiträgen oder Kommentaren auf Social Media für eine effektive Strategie, um auf ein Anliegen aufmerksam zu machen. 55 Prozent setzen auf Teilen und/oder Liken von Beiträgen auf Social Media.</li>



<li>Online-Petitionen oder Online-Unterschriftenaktionen haben hier deutlich geringeren Stellenwert.</li>
</ul>



<p>Stehen idealistische Motive des persönlichen Eingreifens im Vordergrund, ist die Einschätzung und Bewertung der Jugendlichen noch einmal eine andere. Geht es beispielsweise darum, selbst einen kleinen Beitrag zu leisten, um hilfebedürftige Menschen in schwierigen Lebenssituationen zu unterstützen und die Welt damit ein bisschen besser zu machen, setzen junge Menschen vor allem auf Spenden und auf klassisches freiwilliges Engagement.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>64 Prozent der 16- bis 29-jährigen Jugendlichen und jungen Erwachsenen halten Sachspenden sowie 63 Prozent Geldspenden für geeignet, um einen Beitrag zu leisten, damit sich in der Welt etwas zum Besseren verändert.</li>



<li>62 Prozent meinen, mit ehrenamtlicher Mitarbeit in einer Organisation oder einem Verein lässt sich etwas zum Besseren verändern. </li>



<li>Und immerhin 54 Prozent halten es für sinnvoll, gleich selbst ein Projekt zu starten.</li>
</ul>



<p>Junge Menschen treffen dabei eine interessante Unterscheidung: Freiwilligenarbeit bedeutet für sie „aktives Helfen“, zumal hier ein hohes Maß an Bereitschaft zu Selbstverpflichtung gefordert ist. Spenden ist für sie hingegen „passives Helfen“ und auf jeden Fall besser als gar nichts zu tun. </p>



<p>Online-Engagement, also beispielsweise auf Social Media einen Beitrag zu posten, ihn zu teilen oder zu liken oder auch an Online-Unterschriftenaktion teilzunehmen, ist, wenn es darum geht, einen konkreten Missstand zu beseitigen und die Welt durch persönliches Engagement ein klein wenig besser zu machen, aus Sicht Jugendlicher hingegen weniger sinnvoll.</p>



<p></p>



<p><strong>Willkommen in der Welt des „passiven Online-Engagements“</strong></p>



<p>Für junge Menschen gilt: Online-Engagement ist zwar zeitgemäß, aber zugleich auch „passiv“, weil dabei der „große persönliche Einsatz“ fehlt. Sie unterscheiden demnach zwischen aktivem und passivem Engagement und bewerten Ersteres deutlich höher.</p>



<p>Online-Engagement erfordert wenig Selbstverpflichtung. Oder, um es charmanter zu formulieren: Online-Engagement ist niederschwellig. <em>Digital Natives</em> sehen das durchaus pragmatisch – frei nach dem Motto: „… auch gut, dass es Leute gibt, die das machen – ist manchmal auch das Einzige, was man tun kann …“ Aber das Ärmel Aufkrempeln und Helfen, das in ihrem Verständnis von „aktivem Engagement“ so wichtig ist, bleibt hier nun einmal aus.</p>



<p>Für digital sozialisierte Jugendliche gibt es aber auch noch einen weiteren guten Grund, warum man Online-Engagement auf Social Media nicht überbewerten sollte. Sie sprechen aus Erfahrung, wenn sie sagen: „Es ist einfach, es zu ignorieren – viele swipen einfach weiter …“ In einer von überhitzten Debatten geprägten digitalen Echtzeitwelt ist es tatsächlich gar nicht so einfach, in den Aufmerksamkeitshorizont anderer, idealerweise entscheidungsmächtiger Menschen zu treten. Jungen <em>Digital Natives</em> ist dies durchaus bewusst. Und hier schließt sich der Kreis und wir landen wieder bei der für junge Menschen motivational wichtigen Fragen: „Was kann ich mit meinem Engagement überhaupt bewegen?“</p>



<p>Übrigens: Jugendliche differenzieren nicht nur zwischen aktivem und passivem Engagement, sie sprechen auch von aktivem und passivem Aktivismus. Aber das ist wieder eine andere Geschichte.</p>



<p></p>



<p><strong><br>Mehr über die Studie lesen Sie hier:</strong> <a href="https://jugendkultur.at/2023/09/01/studie-jugend-europa-2023/" target="_blank" rel="noreferrer noopener"></a><a href="https://jugendkultur.at/2023/09/26/studie-generation-nice/" target="_blank" rel="noopener" title="">Neue Jugendstudie: Generation Nice – Institut für Jugendkulturforschung</a></p>



<p><strong>Mehr zum Thema „Jugend und Engagement“:</strong> Falls Sie sich dafür interessieren, wie man Jugendliche für Engagement gewinnen kann, finden Sie in einem meiner Beiträge im <a href="https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:34a6f40f-db02-425c-b5f7-96bf1798cd05/8_jb_2023.pdf" target="_blank" rel="noopener" title="">8. Bericht zur Lage der Jugend in Österreich: Modul 2 – Lebenswelten und Werte</a> auf Seite 245f die eine oder andere Anregung. Wir freuen uns, wenn Sie reinlesen!</p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-25e21774496fcddb814fdac606dd01d2">Foto: Pixabay</p>



<p></p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/08/05/passives-engagement-schon-einmal-gehoert/">Passives Engagement: Schon einmal gehört?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Europawahl 2024: Was sagen Jungwähler zur EU?</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/06/04/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-4-6-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Tue, 04 Jun 2024 06:52:55 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Erasmus+]]></category>
		<category><![CDATA[Europa]]></category>
		<category><![CDATA[Europawahl]]></category>
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		<category><![CDATA[Jungwähler]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Europawahl 2024: Wie denken Jungwähler und Jungwählerinnen über die EU? Wie erleben junge Menschen das geeinte Europa? Und was erwarten sie von der Europapolitik? Viel wird spekuliert – kein Wunder, denn die Datenlage ist eher dürftig. Weil das unbefriedigend ist, möchte ich mein Blog nutzen, um mit unseren Forschungsdaten hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen.</p>
<p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/06/04/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-4-6-2024/">Europawahl 2024: Was sagen Jungwähler zur EU?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p>Was halten junge Menschen vom geeinten Europa? Wie sehen sie die EU? Und was erwarten sie von der Europapolitik? Wie so oft vor Wahlen rückt anlässlich der Europawahl 2024 die Gruppe der Jungwählerinnen und Jungwähler in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Viel wird spekuliert – kein Wunder, denn die Datenlage ist eher dürftig. Weil das unbefriedigend ist, möchte ich mein Blog nutzen, um mit unseren Forschungsdaten hier ein wenig Licht ins Dunkel zu bringen. Zunächst zur Frage: Was verbinden junge Menschen überhaupt mit der EU?</p>



<p><strong>Was uns die empirische Jugendforschung über das Europabild der Jungwählerinnen und Jungwähler verrät</strong></p>



<p>Das Europabild junger Menschen in Österreich ist sehr stark von den Annehmlichkeiten, die die EU-Mitgliedschaft mit sich bringt, bestimmt. Jungwählerinnen und Jungwähler verbinden allem voran den Euro, die Reisefreiheit und die Freizügigkeit, sprich: die Möglichkeit in einem anderen Land der EU zu leben, zu studieren oder zu arbeiten, mit einem geeinten Europa.</p>



<p>Vor dem Hintergrund komplexer Herausforderungen unserer globalisierten Welt sehen junge Menschen die EU aber auch als ein wichtiges Wirtschafts- und Friedensbündnis. Und sie hoffen, dass die EU auch in schwierigen Zeiten, wie wir sie derzeit erleben, ihr Wohlstands- und Sicherheitsversprechen gegenüber der nachrückenden Generation einlösen wird.</p>



<p>Eine klar pro-europäische Haltung ist typisch für formal höher Gebildete. In bildungsnahen Milieus bewerten junge Menschen die EU generell positiver und haben deutlich stärker das Gefühl, von der EU-Mitgliedschaft Österreichs persönlich zu profitieren.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Euro, Reisefreiheit, Freizügigkeit und auch Erasmus+ punkten hier stärker als in den unteren Bildungsgruppen. Bildungsnahe junge Menschen sehen die EU auch deutlich stärker als wichtigen Player in einer globalisierten Wirtschaft und sie assoziieren mit der EU zu einem höheren Prozentsatz ein Friedensbündnis, und zwar in dem Sinne, dass im geeinten Europa Frieden nach innen gewährleistet sein muss, aber auch, dass dieses geeinte Europa bei den großen geopolitischen Konflikten unserer Zeit nach außen hin friedensvermittelnd auftritt.</li>



<li>Bei jungen Menschen aus den unteren Bildungsschichten ist hingegen die Sorge um den Verlust des typisch Österreichischen ein deutlich größeres Thema. In der Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit niedriger und mittlerer formaler Bildung assoziiert knapp jeder und jede Vierte einen Verlust der österreichischen Kultur mit der EU.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="960" height="720" src="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild.png" alt="" class="wp-image-2958" srcset="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild.png 960w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild-300x225.png 300w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild-768x576.png 768w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild-16x12.png 16w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild-430x323.png 430w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild-860x645.png 860w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/06/Jugend-EU_Europabild-600x450.png 600w" sizes="(max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<p><strong>Was junge Menschen an der EU stört</strong></p>



<p>Überall dort, wo junge Menschen von der EU profitieren, erleben sie das geeinte Europa positiv. Der EU als politischer Institution begegnen viele dennoch mit einer gewissen Skepsis. Der Vertrauensverlust, der sich im Zusammenhang mit Institutionenpolitik heute generell zeigt, schlägt also auch bei der EU durch:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>26 Prozent verbinden die EU mit (zu viel) Bürokratie.</li>



<li>Jeder und jede Fünfte (20 Prozent) denkt bei der EU an Vetternwirtschaft und Korruption, wobei man hier sehen muss, dass die Bewertung der jungen Männer (mit 27 Prozent Nennungen) deutlich kritischer ausfällt als die junger Frauen (13 Prozent).&nbsp;&nbsp;</li>



<li>Nur 15 Prozent verbinden die EU mit politischen Entscheidungen, die für die österreichische Bevölkerung von Nutzen sind (besonderes kritisch bewerten die unteren Bildungsmilieus die EU-Politik: Hier sagen lediglich 10 Prozent, also jeder und jede Zehnte, dass politische Entscheidungen, die auf EU-Ebene getroffen werden, für die Menschen in Österreich von Nutzen sind; zum Vergleich: In der Gruppe der jungen Österreicherinnen und Österreicher mit höherer formaler Bildung sind es immerhin 21 Prozent).</li>



<li>Was vor dem Hintergrund der multiplen Krisen, die wir derzeit erleben, darüber hinaus nachdenklich stimmt: Nur 11 Prozent attestieren der EU eine schnelle Entscheidungs­­findung in Krisensituationen.</li>
</ul>



<p><strong>Wie junge Menschen das geeinte Europa erleben und wie sie die „europäische Idee“ in ihren Selbstkonzepten verankern</strong></p>



<p>Wenn es um das Thema „Jugend und Europa“ geht, werden junge Menschen häufig gefragt: „Fühlst du dich eher als Europäer/Europäerin oder eher als Österreicher/Österreicherin?“ In Zeiten der wirtschaftlichen wie auch kulturellen Globalisierung empfinden das Jugendliche und junge Erwachsene als realitätsfern. Sie sind in einem EU-Land geboren, mit dem Euro und der Reisefreiheit aufgewachsen und sie orientieren sich an einer, zumindest in der westlich-industriellen Welt, globalisierten Jugendkultur.</p>



<p>Die breite Mehrheit ist geübt darin, das Große, sprich: das Globale oder auch das Europäische, mit dem Kleineren, dem Regionalen bzw. Lokalen zu verbinden. Vor allem die bildungsnahen Milieus spielen selbstbewusst mit Hybridkulturen. Das heißt, hier wird bunt gemixt. Und diejenigen, die das nicht tun? Die finden es gut, wenn in einem Europa der Vielfalt Unterschiedliches nebeneinander bestehen kann.</p>



<p>Das wirtschaftliche Nord-Süd-Gefälle innerhalb der EU sehen junge Menschen in Österreich durchaus kritisch. Unterschiedliche kulturelle Traditionen wie auch Mentalitätsunterschiede in der Bevölkerung der verschiedenen EU-Länder erleben sie aber weitgehend unproblematisch. Und vor allem jene, die aufbrechen, um Europa selbst zu erkunden, finden diese Mentalitätsunterschiede horizonterweiternd und interessant.</p>



<p>Austausch und Gemeinschaft sind übrigens vor allem für junge Menschen aus den bildungsnahen Schichten Kernelemente der „europäischen Idee“.</p>



<p><strong>Was sich Jungwählerinnen und Jungwähler von der Europapolitik erwarten</strong></p>



<p>Bleibt noch die Frage, was sich junge Menschen von den europapolitischen Akteurinnen und Akteuren erwarten bzw. erhoffen. Auch dazu haben wir spannende Daten.</p>



<p>Geht es nach der Jugend, sollte die Europapolitik ihren Fokus auf Armutsbekämpfung in Europa legen, gemeinsame Maßnahmen für den Klimaschutz setzen, sich für die Bekämpfung von Terrorismus und organisierter Kriminalität in Europa stark machen, aber auch Arbeitsplätze schaffen, um der nachrückenden Generation in Zeiten des Strukturwandels der Arbeitswelt weiterhin gute Jobchancen zu bieten. Auch Energiesicherheit im Kontext gemeinsamer Energiepolitik sowie Cybersicherheit wären aus Sicht Jugendlicher und junger Erwachsener wichtige Themen, derer sich die EU-Politik annehmen sollte.</p>



<p>Der Schutz der EU-Außengrenzen und eine gemeinsame Migrationspolitik liegen im Prioritäten-Ranking der Jugend immerhin im Mittelfeld und sind, wie die Daten zeigen, jungen Menschen aus den unteren Bildungsschichten insgesamt wichtiger als Jugendlichen und jungen Erwachsenen in den bildungsnahen Milieus.</p>



<p>Lässt man Jungwählerinnen und Jungwähler eine Wunschliste an die EU-Politik erstellen, platzieren sie zwei Anliegen ganz weit oben:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die EU soll ihr Wohlstands- und Sicherheitsversprechen gegenüber der nachrückenden Generation einlösen – das ist freilich weniger Wunsch, eher eine selbstbewusst vorgetragene Forderung –</li>



<li>und sie soll (mehr) europäischen Teamgeist bei der Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit beweisen; das bedeutet, eine risikoabwägend-vorausschauende Politik zu machen und im Krisenfall rasch und effektiv zu agieren.</li>
</ul>



<p>Darüber hinaus wünschen sich junge Menschen, dass die EU den Dialog mit der Jugend intensiviert und vor allem auch die wachsende Gruppe der politik-distanzierten Jugendlichen besser einbindet. Und sie hoffen darauf, dass die Europapolitik die digitale Zukunft Europas proaktiv und zum Nutzen der Menschen gestaltet (Stichwort: KI).</p>



<p>Was aus Sicht junger Menschen auf jeden Fall so bleiben sollte, wie es ist: die gemeinsame Währung, die Reisefreiheit und die Möglichkeit, in einem anderen Land der EU zu leben und zu arbeiten.</p>



<p></p>



<p><strong>Mehr über die Studie lesen Sie hier:</strong> <a href="https://jugendkultur.at/2023/09/01/studie-jugend-europa-2023/" target="_blank" rel="noopener" title="">Jugend &amp; Europa &#8211; Institut für Jugendkulturforschung</a></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-e65c041f38631fdabf6e7ea24159121c">Porträtfoto: Pixabay</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/06/04/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-4-6-2024/">Europawahl 2024: Was sagen Jungwähler zur EU?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Die Generation ChatGPT ist verunsichert</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/05/20/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-20-5-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 20 May 2024 08:59:37 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[ChatGPT]]></category>
		<category><![CDATA[Copilot Designer]]></category>
		<category><![CDATA[Generation ChatGPT]]></category>
		<category><![CDATA[Generation Z]]></category>
		<category><![CDATA[KI]]></category>
		<category><![CDATA[Lehrlingsstudie 2024]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Wenn es um digitale Technologien geht, haben Jugendliche die Nase vorn. Und das wissen sie auch. Zumindest war das bislang so. Doch die dynamischen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) erschüttern das Selbstbewusstsein der jungen „Digital Natives“ derzeit enorm. Dr. Beate Großegger zeigt, warum das so ist.</p>
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										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p>Wenn es um digitale Technologien geht, haben Jugendliche die Nase vorn. Und das wissen sie auch. Als <em>Digital Natives</em> geben sie der digitalen Zukunft, auf die wir alle zusteuern, Form und Richtung, indem sie mit neuen Tools spielerisch umgehen und mit ihren experimentellen Medienpraxen vielfach bereits heute vorwegnehmen, was spätestens morgen <em>state of the art</em> ist.</p>



<p>Im Zeitalter der digitalen Mediatisierung hat die digital sozialisierte Jugend die Position von <em>Change Agents</em> besetzt. Zumindest war das bislang so. Doch die dynamischen Entwicklungen im Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) erschüttern das Selbstbewusstsein der jungen <em>Digital Natives</em> gerade enorm. Das zeigt sich allerdings nur, wenn man wirklich genauer hinsieht.</p>



<p><strong>ChatGPT – das neue coole Ding</strong></p>



<p>Jugendliche sind derzeit voll im Sog der sich rasant weiterentwickelnden KI-basierten Tools, insbesondere der Chatbots, wie beispielsweise ChatGPT. Die Generation Z hat ChatGPT bereits fest in ihren Alltag integriert. Sichtet man Forschungsdaten, wird deutlich, wie schnell der jugendliche Nutzer- und Nutzerinnenkreis in nur einem Jahr anstieg.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die ARD-/ZDF-Onlinestudie 2023, deren Daten im März und April 2023 erhoben wurden, zeigt, dass zum Erhebungszeitpunkt 33% der 14- bis 29-Jährigen bereits Erfahrung mit neuartigen Chatbots wie ChatGPT gemacht hatten (bei den 50- bis 69-Jährigen waren es im Vergleich dazu nur 8%).</li>



<li>Die vom Medienpädagogischen Forschungsverbund Südwest (MPFS) durchgeführte JIM-Studie 2023, die zwischen Ende Mai und Anfang Juli 2023 12- bis 19-jährige Jugendliche in Deutschland zu ihrer Mediennutzung befragte, gibt für die untersuchte Altersgruppe 38%, die bereits Erfahrung mit ChatGPT gemacht haben, an (bei den Jungs ist der Anteil mit 44% etwas höher, bei den Mädchen liegt er bei 31%).</li>



<li>Ein gutes halbes Jahr später, im Dezember 2023, wurden die Daten des von saferinternet.at beauftragten österreichischen Jugend-Internet-Monitor erhoben. Diese Studie untersucht die Internet-Nutzung in der Altersgruppe der 11- bis 17-Jährigen und weist Ende des Jahres 2023 für diese Altersgruppe bereits 71% Chat-GPT-Nutzer und -Nutzerinnen aus.</li>



<li>Wenig später, im Jänner 2024, ging dann die von der deutschen Vodafone-Stiftung finanzierte Studie „Pioniere des Wandels. Wie Schüler:innen KI im Unterricht nutzen möchten“ ins Feld. Untersuchungsgruppe sind hier die 14- bis 20-Jährigen. Auch dieser Studie zufolge ist KI im Alltag der Jugendlichen mittlerweile voll angekommen. 74% der Befragten geben an, KI schon mal genutzt zu haben, lediglich rund ein Viertel (26%) hat KI-Systeme bislang weder im Unterricht noch privat ausprobiert. ChatGPT wird erwartungsgemäß am häufigsten genutzt.</li>
</ul>



<p>Wie die Studie der Vodafone-Stiftung zeigt, wünschen sich Schüler und Schülerinnen beim Schreiben von Texten wie auch beim Lösen mathematischer Aufgaben Unterstützung von der KI. Viele würden die Aufgabenstellung vermutlich am liebsten gleich direkt an die KI auslagern.</p>



<p><strong>Lernen mit ChatGPT</strong></p>



<p>ChatGPT ist, wie wir in unserer Forschung sehen, bei Jugendlichen ein beliebtes Recherchetool und hat ganz ohne Zweifel das Potenzial, das klassische „Googeln“ abzulösen. Suchen von Informationen für Aufgabenstellungen im schulischen oder universitären Zusammenhang sowie Recherchieren von Begriffsdefinitionen und Erläuterungen sind populäre Anwendungsformen. ChatGPT wird von Jugendlichen aber auch zum Erstellen von Zusammenfassungen genutzt: vor allem dann, wenn es darum geht, einen besseren Überblick über ein neues Thema zu gewinnen. Und junge Menschen verwenden KI oft und gerne auch dort, wo sie selbst keine zündenden Ideen haben. Das heißt, ChatGPT ist hier in der Rolle, Tipps und Anregungen zu bieten.</p>



<p>Die Tatsache, dass junge Menschen der Versuchung, sich die Ausbildung etwas leichter zu machen (Schule, Uni), kaum widerstehen können und KI-Tools einsetzen, um sich Zeit und Energie, vor allem aber auch „Hirnschmalz“ zu sparen, also um sich weniger <em>selbst</em> erarbeiten zu müssen, führt dazu, dass man heute an höherbildenden Schulen und Unis über zeitgemäße Alternativen zur klassischen schriftlichen Arbeit nachdenkt.</p>



<p>Dem nicht genug: Pädagogen und Pädagoginnen, aber auch zukünftige Arbeitgeber und Arbeitgeberinnen machen sich darüber Gedanken, was es letztendlich bedeutet, wenn eine ganze Generation ihre To-Dos an ChatGPT delegiert und dabei vielleicht das „Lernen lernen“ aufgibt, zumindest aber die Freude am Lernen bzw. am sich selbst (hart) erarbeiten verlernt.</p>



<p>Ich für meinen Teil sehe eine Gefahr darin, dass in einer Ära, in der ChatGPT und Co. Lehr-Lern-Zusammenhänge zu dominieren beginnen, konzeptuelles Denken nicht ausreichend Raum für Erprobung und Entfaltung haben könnte, aber auch, dass die Generation ChatGPT das Vertrauen in ihr eigenes kreatives Denken verlieren könnte, zumal diejenigen, die gelernt haben, sich auf ChatGPT zu verlassen, wenig Routine entwickeln, um kreative Problemlösungen selbst auf Schiene zu bringen.</p>



<p>Bemerkenswerterweise verbinden auch Jugendliche mit KI-Tools nicht nur Chancen. Sie sehen die für Lehrpläne Zuständigen gefordert. 50% wünschen sich laut Studie der Vodafone-Stiftung, dass der Umgang mit KI fester Bestandteil des Unterrichts wird. 46% der Befragten sind zudem daran interessiert, mehr über die mit KI verbundenen Gefahren sowie den richtigen Umgang mit KI zu lernen.</p>



<p><strong>Dass KI unser Leben verändern wird, scheint schon mal klar</strong></p>



<p>Junge <em>Digital Natives</em> beobachten die dynamischen Entwicklungen im Bereich der KI auf jeden Fall sehr aufmerksam. Sie fragen sich, was die Technologie mit uns macht. Und sie sind verunsichert, wie wir in Zukunft leben werden. Erstmals haben sie das Gefühl, das, was in der digitalen Gesellschaft abgeht, nicht richtig zu durchschauen.</p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img decoding="async" width="1024" height="1024" src="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024.jpg" alt="" class="wp-image-2811" srcset="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024.jpg 1024w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-300x300.jpg 300w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-150x150.jpg 150w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-768x768.jpg 768w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-12x12.jpg 12w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-430x430.jpg 430w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-860x860.jpg 860w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-100x100.jpg 100w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/Mit_KI_erstellt_Copilot_Designer_01052024-600x600.jpg 600w" sizes="(max-width: 1024px) 100vw, 1024px" /></figure>



<p class="has-luminous-vivid-orange-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-ab785446c287cfe071683b9b7a723116">Bildnachweis: Mit KI erstellt – Copilot Designer 1.5.2024, 9:53</p>



<p>Während IT-Experten vor „Schurken-KI“ warnen und von pro-aktiver Politik Maßnahmen zur Risikoregulierung fordern, reagieren Mädchen und junge Frauen vor allem in Bezug auf <em>Deepfakes</em>, die Bilder generierende KI ermöglicht, besorgt.</p>



<p>Das jugendliche Interesse, mit Technologie zu spielen und in der Freizeit spaßmäßig auszutesten, ist dennoch ungebrochen groß. Groß ist oft aber auch der Ärger darüber, dass die KI nicht immer das macht, was man möchte, und damit verbunden die Erkenntnis: „Auch als <em>Digital Native</em> steigt man bei KI nicht mehr durch.“ Für selbstbewusste <em>Digital Natives</em> ist dies, wie sie meist freimütig zugeben, ein echtes Aha-Moment.&nbsp;</p>



<p>Verunsichert sind junge Menschen vor allem in der Frage, was KI für ihre zukünftigen Berufschancen bedeutet:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Bei den Lehrlingen glauben, wie unsere <a href="https://jugendkultur.at/2024/04/08/generation-safety-first-lehrlingsstudie-2024/" target="_blank" rel="noopener" title="">Lehrlingsstudie 2024</a> zeigt, aktuell so etwa lediglich 12%, dass KI <em>keine</em> Auswirkungen auf ihre persönlichen beruflichen Zukunftschancen haben wird.</li>



<li>Rund zwei Drittel der jungen Menschen, die derzeit in einer dualen Ausbildung sind, befürchten hingegen negative Auswirkungen für die persönlichen Berufschancen in dem von ihnen gewählten Beruf.</li>
</ul>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="720" src="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen.png" alt="" class="wp-image-2815" srcset="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen.png 960w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen-300x225.png 300w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen-768x576.png 768w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen-16x12.png 16w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen-430x323.png 430w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen-860x645.png 860w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/05/KI__berufliche_Zukunftschancen_von_Lehrlingen-600x450.png 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<p>Auch bei Studierenden beobachten wir Verunsicherung – vor allem bei jenen, die eine Zukunft in Kommunikations-, Wissens- oder Kreativ-Berufen anstreben. Dass KI gerade hier die arbeitsmarktrelevanten Skills neu definieren wird, davon gehen junge Menschen aus. Die Frage ist nur, was das für sie konkret bedeutet. Und auch: Ob ihr Studium sie dafür ausreichend rüstet.</p>



<p>Selbst wenn Lehrpläne gleich heute aktualisiert würden und beispielsweise ab sofort ein Basismodul <em>Prompt-Engineering</em> in jedem Studienfach Standard wäre, ist angesichts der dynamischen Entwicklungen im Bereich der KI-Tools nicht sicher, ob die heute Studierenden ihre im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen erworbenen Kompetenzen dann, wenn sie mit dem Studium fertig sind, wirklich noch brauchen werden.</p>



<p><strong>Um es auf den Punkt zu bringen</strong></p>



<p>KI fasziniert die Jugend, aber sie verstört die jungen <em>Digital Natives</em> irgendwie auch. Erstmals, und das ist neu, fühlen sich <em>Digital Natives</em> von dynamischen Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung überrollt.</p>



<p>Jugendliche wissen, dass die Künstliche Intelligenz unser Leben nachhaltig verändern wird. Die Auswirkungen, die KI auf die Zukunftschancen der nachrückenden Generation haben wird, aber auch Herausforderungen, die KI für unsere Gesellschaft mit sich bringt, sind derzeit noch nicht wirklich einschätzbar. Am Jobmarkt, auf dem sich die Generation Z bewegen und bewähren muss, sind KI-Kompetenzen aber schon heute enorm nachgefragt. Und vor allem in Wissens- und Kreativberufen wird vielfach bereits vorausgesetzt, dass sich Berufseinsteiger und Berufseinsteigerinnen mit KI-Tools auskennen und sie effizient, sprich: im Sinne der Zeit- und Kostenersparnis nutzen.</p>



<p></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-451528a066c435b17407e96ca66e8229">Bild 1: Pixabay<br>Bild 2: KI-generiert mit Copilot Designer</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/05/20/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-20-5-2024/">Die Generation ChatGPT ist verunsichert</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Wie weibliche Lehrlinge die duale Ausbildung sehen</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/04/28/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-28-4-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 28 Apr 2024 04:57:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[1. Mai]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[duale Ausbildung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugendstudie]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Anlässlich des Tags der Arbeit am 1. Mai stelle ich Ihnen in meinem Blog neue Forschungsdaten zu jungen Frauen in der dualen Ausbildung vor.</p>
<p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/04/28/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-28-4-2024/">Wie weibliche Lehrlinge die duale Ausbildung sehen</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p></p>



<p>Die <a href="https://www.statistik.at/statistiken/bevoelkerung-und-soziales/bildung/schulbesuch/schuelerinnen" target="_blank" rel="noopener" title="">Statistik Austria</a> weist für den jüngsten Erhebungszeitraum 37&nbsp;899 weibliche gegenüber 78&nbsp;847 männlichen BerufschülerInnen aus. Junge Frauen, die sich für eine Ausbildung im dualen System entscheiden, sind nach wie vor in der Minderzahl. Oder um es schärfer zu formulieren: Die Lehre ist in Österreich noch immer eine männliche Domäne.</p>



<p>Das Bild von weiblichen Lehrlingen, das die öffentliche Debatte beherrscht, reproduziert darüber hinaus allzu oft Klischees. Entweder zeigt man junge Frauen, die über sich selbst sagen, sie seien „kein Lerntyp“, und mangels Unterstützung in der Berufsorientierungsphase dann „nur“ Friseurin werden. Oder aber es werden junge Mechatronikerinnen ins Bild gesetzt, die sich in einem männlich dominierten Bereich erfolgreich behaupten. Alles, was zwischen diesen beiden Extremen liegt, ist wenig präsent.</p>



<p>Ich denke, es wäre an der Zeit, diese Lücke zu schließen, und möchte Ihnen in meinem aktuellen Blogbeitrag zum Tag der Arbeit am 1. Mai daher ausgewählte Forschungsdaten zu jungen Frauen in der dualen Ausbildung vorstellen. Wobei eines zu betonen ist: Die Arbeitswelt hat Bedarf an qualifizierten jungen Menschen mit Lehrabschlüssen. Auch und gerade deshalb ist es sinnvoll, gängige Lehrlingsklischees zu überdenken und sich möglichst vorurteilsfrei mit Potentialen, vor allem aber auch mit den Erwartungen junger Frauen in Bezug auf die duale Ausbildung näher zu beschäftigen.</p>



<p><strong>Junge Frauen, die sich für die duale Ausbildung entscheiden, streben eine solide Basis für ihre persönliche Zukunftsplanung an</strong></p>



<p>Eine gute Berufsausbildung zu haben, ist für die breite Mehrheit der jungen Frauen heutzutage eine Selbstverständlichkeit. Fast jede macht sich in der einen oder anderen Form darüber Gedanken, in welchen Berufsfeldern sie gute Zukunftschancen hat, aber auch mit welcher Ausbildung sich ihre persönlichen Erwartungen an den Beruf am besten verwirklichen lassen.</p>



<p>Gerade in Zeiten der Krise ermöglicht die Lehre ein stabiles berufliches Standbein. Das ist jungen Frauen, die sich für eine Lehre entscheiden, sehr wohl bewusst. Sie sehen in der Lehre durchaus auch eine Karriere-Option: insbesondere in der „Lehre mit Matura“.</p>



<p><strong>Die „Lehre mit Matura“ eröffnet Chancen</strong></p>



<p>Wie unsere Forschungsdaten zeigen, wird die „Lehre mit Matura“ von weiblichen Lehrlingen positiver bewertet als von männlichen Lehrlingen, und zwar unabhängig davon, ob junge Frauen selbst eine „Lehre mit Matura“ machen oder nicht (Insights Premium-AbonnentInnen finden im kostenpflichtigen <strong><a href="https://jugendkultur.at/product/insights-premium-abo-2024/" target="_blank" rel="noopener" title="">Insights Premium-Portal</a></strong> zur „Lehre mit Matura“ ein neues Factsheet <a href="https://jugendkultur.at/insights/insights-premium/insights-premium/" target="_blank" rel="noopener" title="">Insights Premium-Facts 2024: Wie Lehrlinge die „Lehre mit Matura“ bewerten</a> mit Detaildaten im Vergleich nach Geschlecht, Branche und Wohnregion der Lehrlinge).</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Unsere Lehrlingsstudie 2024 <strong><a href="https://jugendkultur.at/2024/04/08/generation-safety-first-lehrlingsstudie-2024/" target="_blank" rel="noopener" title="">Generation „Safety First“</a></strong> weist für die Gruppe jener weiblichen Lehrlinge, die die klassische Variante der Lehre gewählt haben, erstaunlich hohes Interesse für die „Lehre mit Matura“ aus: 67% der weiblichen Lehrlinge, die aktuell eine Lehre ohne Matura machen, geben an, die Möglichkeit, eine „Lehre mit Matura“ zu machen, sei für sie persönlich grundsätzlich interessant, natürlich vorausgesetzt, dass es ein entsprechendes Angebot gibt.</li>
</ul>



<p>Warum die „Lehre mit Matura“ für junge Frauen eine attraktive Option ist, liegt auf der Hand. Sie bietet die Chance, sich nach dem Lehrabschluss berufs(lebens)begleitend formal weiterzuqualifizieren, um in interessante und idealerweise auch besser bezahlte Bereiche aufzusteigen.</p>



<p><strong>Wie weibliche Lehrlinge ihre Lehrbetriebe sehen</strong></p>



<p>In der öffentlichen Debatte ist sehr stark präsent, was Unternehmen von Lehrlingen erwarten, und auch, wie diese die nachrückende Lehrlingsgeneration einschätzen und bewerten. Wir haben den Spieß umgedreht und uns in unserer Lehrlingsstudie <strong><a href="https://jugendkultur.at/2024/04/08/generation-safety-first-lehrlingsstudie-2024/" target="_blank" rel="noopener" title="">Generation „Safety First“</a></strong> angesehen, wie Lehrlinge über ihre Lehrbetriebe denken. Dabei haben wir uns u.a. auch damit beschäftigt, wie sie die Arbeitsbedingungen im Lehrbetrieb, das Betriebsklima, die ihnen im Rahmen der Lehre zugeteilten Tätigkeiten oder auch ihre beruflichen Zukunftschancen bewerten.</p>



<p>Interessant in diesem Zusammenhang: Weibliche Lehrlinge tendieren zu höherer Arbeitszufriedenheit als männliche Lehrlinge. Darüber hinaus zeigt sich, dass weibliche Lehrlinge im Alltag wie auch im Hinblick auf ihre Berufsausbildung in mancherlei Hinsicht fokussierter agieren.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Rund ein Viertel der weiblichen Lehrlinge stuft die Arbeitsbedingungen im Lehrbetrieb rundum positiv ein. Weitere 36% beschreiben die Arbeitsbedingungen im Betrieb eher positiv.</li>



<li>56% berichten über ein gutes oder zumindest eher gutes Betriebsklima im Lehrbetrieb.</li>



<li>50% haben den Eindruck, dass Lehrlinge im Ausbildungsbetrieb nicht nur für Hilfstätigkeiten herangezogen werden, sondern auch verantwortungsvolle Tätigkeiten übertragen bekommen, was das Selbstbewusstsein stärkt und sich auf die Motivation vielfach positiv auswirkt.</li>



<li>62% rechnen darüber hinaus mit guten oder zumindest eher guten Zukunftschancen, die sich aufgrund der in der Lehre erworbenen Qualifikationen für sie ergeben.</li>
</ul>



<p></p>



<figure class="wp-block-image size-full"><img loading="lazy" decoding="async" width="960" height="720" src="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen.png" alt="" class="wp-image-2658" srcset="https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen.png 960w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen-300x225.png 300w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen-768x576.png 768w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen-16x12.png 16w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen-430x323.png 430w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen-860x645.png 860w, https://jugendkultur.at/wp-content/uploads/2024/04/Wie-weibliche-Lehrlinge-ihre-Lehrbetriebe-sehen-600x450.png 600w" sizes="auto, (max-width: 960px) 100vw, 960px" /></figure>



<p>Diese Daten stimmen auf den ersten Blick zuversichtlich. Sie sollten uns aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht alle gleichermaßen zufrieden mit ihrem Lehrbetrieb sind. </p>



<p>So wie es aus UnternehmerInnenperspektive zwischen motivierten und weniger motivierten Lehrlingen zu unterscheiden gilt, gilt es aus Perspektive der weiblichen Lehrlinge offensichtlich auch zwischen lehrlingsgerechten und weniger lehrlingsgerechten Betrieben zu unterscheiden.</p>



<p><strong>Was sich weibliche Lehrlinge von ihrem Beruf erwarten</strong></p>



<p>Fragt man danach, was sich junge Menschen von ihrem zukünftigen Beruf erwarten, fällt auf, dass junge Frauen im Vergleich zu jungen Männern deutlich fordernder auftreten. Jobsicherheit, ein gutes Betriebsklima und nette KollegInnen liegen auf ihrer Wunschliste weit vorne.</p>



<p>Wenn es Probleme am Arbeitsplatz gibt, sind junge Frauen großteils konstruktiv und versuchen, im Gespräch mit ihren TeamleiterInnen und/oder Personalverantwortlichen eine Lösung zu finden. Das zeigt sich auch in der dualen Ausbildung. Weibliche Lehrlinge sind nicht nur generell dialogorientierter als ihre männlichen Kollegen, sie sind auch sozial-kommunikativ kompetenter und zeigen sehr oft eine betont pragmatische Haltung frei nach dem Motto: „Reden wir mal darüber, dann lassen sich gemeinsam Wege finden!“</p>



<p>Das klingt freilich einfacher, als es tatsächlich ist. Junge Frauen sind nämlich zugleich auch kritische Beobachterinnen der Personalführung und haben hohe Erwartungen an ihre Führungskräfte, insbesondere was kommunikative Kompetenzen und Management-Skills betrifft.</p>



<p><strong>Grundsätzlich gilt: Weibliche Lehrlinge wollen geführt werden, sie wollen von ihren Führungskräften aber auch gehört werden!</strong></p>



<p>Das sollten wir wissen, wenn wir über junge Frauen in der dualen Ausbildung sprechen. Und wir sollten darüber hinaus auch sehen, dass viele weibliche Lehrlinge, gerade wenn es um Erwerbsarbeit und Beruf geht, emotional sehr nahe an den uns alle beschäftigenden Zukunftsthemen dran sind: angefangen beim Thema „Fortbildung und lebensbegleitendes Lernen&#8220;, über betriebliche Gesundheitsförderung bis hin zu lebensphasensensitiven Konzepten der Life-Domain-Balance. In all diesen Bereichen gilt es, jungen Frauen, die sich für die Ausbildung im dualen System entscheiden, ein attraktives Angebot zu machen.</p>



<p></p>



<p></p>



<p><strong>Mehr zum aktuellen Thema:</strong></p>



<p>In unserer Studie <strong><a href="https://jugendkultur.at/2024/04/08/generation-safety-first-lehrlingsstudie-2024/" target="_blank" rel="noopener" title="">Generation „Safety First“</a></strong> finden Sie etliche weitere interessante Daten zur nachrückenden Lehrlingsgeneration. Zudem bleiben wir in unserer laufenden Exploration „Fachkräfte von morgen: Arbeitszufriedenheit, betriebliche Gesundheitsförderung und KI aus lebensweltlicher Sicht von Lehrlingen und LehrabsolventInnen&#8220; weiter an diesem für junge Menschen wichtigen Thema dran.</p>



<p><strong>Sekundäranalysen und Expertisen</strong>:</p>



<p>Im Rahmen unserer Eigenstudien erheben wir kontinuierlich Repräsentativdaten zu Kids, Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Die Daten liegen in ausführlichen Datentabellen vor und werden von uns im Rahmen unserer Forschungsprojekte auch für statistische Sonderauswertungen herangezogen.</p>



<p>Mit diesen Exklusivdaten des Instituts für Jugendkulturforschung schaffen wir eine wichtige Grundlage, um ein differenziertes Verständnis verschiedener Dialog- und Zielgruppenbedürfnisse innerhalb des jungen Bevölkerungssegments zu entwickeln. Selbstverständlich fließen diese Exklusivdaten in sämtliche Sekundär(daten)analysen und Expertisen, die wir für unsere AuftraggeberInnen erstellen, ein.</p>



<p><strong>Wollen auch Sie mehr über Ihre Dialoggruppe erfahren?</strong></p>



<p>Wir unterstützen Sie gerne mit unserer Expertise und werden sehr gerne in Ihrem Auftrag tätig. Wir freuen uns auf Ihre Anfrage an:&nbsp;<a href="mailto:studienleitung@jugendkultur.at" target="_blank" rel="noreferrer noopener"><strong>studienleitung@jugendkultur.at</strong></a></p>



<p></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-25e21774496fcddb814fdac606dd01d2">Foto: Pixabay</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/04/28/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-28-4-2024/">Wie weibliche Lehrlinge die duale Ausbildung sehen</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Gespaltene Gesellschaft – wie gegensteuern?</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/04/11/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-11-4-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Thu, 11 Apr 2024 06:43:49 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[gespaltene Gesellschaft]]></category>
		<category><![CDATA[Individualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[soziale Krisenfolgen]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Einige Überlegungen zu den Paradoxien einer gespaltenen Gesellschaft, der Sehnsucht nach einem neuen Miteinander und Verstehen-Wollen als Voraussetzung dafür</p>
<p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/04/11/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-11-4-2024/">Gespaltene Gesellschaft – wie gegensteuern?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><strong><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></strong></h4>



<p><strong>Einige Überlegungen zu den Paradoxien einer gespaltenen Gesellschaft, der Sehnsucht nach einem neuen Miteinander und Verstehen-Wollen als Voraussetzung dafür</strong></p>



<p>Junge Menschen blicken kritisch auf die gesellschaftlichen Entwicklungen der letzten Jahre. Ihre Sorge gilt nicht nur der persönlichen Zukunft, sie machen sich auch über das soziale Miteinander in unserer Gesellschaft Gedanken. Alle wollen mehr Miteinander, aber gefühlt gibt es immer mehr Gegeneinander. Sich trotz unterschiedlicher Bedürfnisse und/oder unterschiedlicher weltanschaulicher Positionen im Dienste des größeren gemeinsamen Ganzen zusammenzuraufen, ist eine Kompetenz, die uns abhandenzukommen scheint.</p>



<p><strong>Krisen machen uns müde, dünnhäutig und wohl auch ein wenig egoistisch</strong></p>



<p>Die verdichtete Krisenerfahrung der jüngsten Vergangenheit hat uns müde gemacht. Krisenerschöpfung macht sich breit – bei jungen, aber auch älteren Menschen. Wird die subjektiv erlebte Belastung zu hoch, schwinden Solidaritätskapazitäten: Man klinkt sich aus und entwickelt zum psycho-emotionalen Selbstschutz ein tellerrandfixiertes Denken. Soziale Entsolidarisierungsprozesse sind, wie Expertinnen und Experten warnen, die drohende Folge.&nbsp;&nbsp;</p>



<p>Wir klagen für uns selbst Respekt und Anerkennung ein. Die Position des Anderen können oder wollen wir oft aber nicht verstehen. Mir fällt dazu ein Reim ein, den ich noch aus Kindertagen in Erinnerung habe: „Alle denken nur an sich, nur ich, ich denke nur an mich …“</p>



<p><strong>Jedem seine „Bubble“: die Geborgenheit des Vertrauten</strong></p>



<p>Nicht zuletzt aufgrund der Teuerungskrise fürchten viele eine wachsende Kluft hinsichtlich zukünftiger Lebenschancen: zwischen Jung und Alt, aber vor allem auch zwischen Arm und Reich. Junge Menschen sehen aber auch wachsende Intoleranz und soziale Kälte als bedenkliche Entwicklungen unserer Zeit.* </p>



<p>Was in Sachen „Qualität des Miteinanders“ verstört, ist zum Teil krisengemacht. Doch auch die fortschreitende gesellschaftliche Individualisierung und Pluralisierung hat Auswirkungen auf das soziale Miteinander. Unsere hochindividualisierte Gesellschaft zersplittert in eine nahezu unüberschaubare Vielfalt an Teilsystemen und Teilgruppen. Es ist kaum möglich, sich auf alles und jeden einzulassen bzw. auf alles und jeden intensiv einzugehen.</p>



<p>Je unübersichtlicher die Welt wird und je größer die individuellen Herausforderungen in der Alltagsbewältigung sind, desto eher suchen wir Geborgenheit im Vertrauten und Schutz in der „Bubble“. Eine Unzahl an „Bubbles“ stehen in unserer Gesellschaft heute unverbunden nebeneinander. Jede für sich markiert eine psycho-emotionale Heimat, die teils mit scharfen Grenzen umrissen ist. </p>



<p>Die von Seiten der empirischen Jugendforschung nachgewiesene hohe Gemeinschaftsorientierung der heutigen Jugend ist demnach nicht immer nur „nett“ und „niedlich“, wie es die öffentliche Jugenddebatte gerne glauben macht. Die in den „Bubbles“ zirkulierenden Weltanschauungen, Betroffenheiten, Bedürfnisse und Ziele stehen vielfach unvereinbar gegeneinander und werden noch dazu in einem kaum zu bewältigenden digitalen Echtzeitstrom in die Welt gespült. Willkommen im Kosmos polarisierender Echo-Kammern!</p>



<p><strong>Abblocken und Wehleidigkeit als Symptome der Zeit?</strong></p>



<p>Weltanschauliche Debatten waren wohl noch nie einfach, heutzutage sind sie zumindest aus Sicht junger Menschen aber richtig schwierig geworden, und zwar nicht zuletzt aufgrund des Stils, in dem sie geführt werden. Um sich damit nicht herumschlagen zu müssen, klinken sich viele Jugendliche ganz einfach aus.</p>



<p>Die Verhandlung der großen gesellschaftspolitischen Themen unserer Zeit hat tatsächlich eine eigenartige Dynamik entwickelt. Verhärtete Fronten und durch ausgeklügelte Inszenierungen aufgeschaukelte Konflikte bestimmen die Tagespolitik. Drohgebärden und mehr oder minder subtile Strategien, den Anderen übers Ohr zu hauen, blockieren den Dialog und stehen sogar einem argumentativ hart ausgetragenen Dissens im Wege. Jugendliche haben den Eindruck: „Da geht es einfach nur um jeder gegen jeden.“ Darüber sind viele irritiert.</p>



<p>Auch abseits der offiziellen Sphäre der Institutionenpolitik dominieren die Dynamiken des Gegeneinanders die Hoffnung, dass man sich – mit Blick auf ein größeres gemeinsames Anliegen – trotz unterschiedlicher Ausgangspositionen zusammenraufen könnte: beispielsweise für eine gute Zukunft der nachrückenden Generation.</p>



<p>Insbesondere bei den gesellschaftspolitisch umkämpften Zukunftsthemen lässt sich seitens der um Deutungshoheit ringenden Akteur*innen eine seltsame Überempfindlichkeit beobachten, die, wie mir scheint, dem lösungsorientierten Dialog abträglich ist. Und ich frage mich: Ist dies ein Symptom unserer Zeit?</p>



<p>Mit Überempfindlichkeit meine ich weder Vunerabilität, noch Hochsensibilität, sondern eine um das Eigene kreisende Wehleidigkeit. Die krisenbedingt erhöhte Vulnerabilität bestimmter Bevölkerungsgruppen ist ein Faktum, das man ganz ohne Zweifel ernstnehmen muss (ich denke hier etwa an soziale Krisenfolgen bei Jugendlichen aus benachteiligten Milieus). Hochsensibilität – ein Modewort unserer Zeit – verweist hingegen lediglich auf eine zum breiten Bevölkerungsdurchschnitt alternative Reiz- bzw. Informationsverarbeitung. Mit Überempfindlichkeit meine ich, im Gegensatz dazu, eine nicht-dialogfähige Wehleidigkeit, verbunden mit einem unkooperativen Sich-Zurückziehen auf die eigene Betroffenheit oder Standpunkte, die aus einseitiger Beschäftigung mit den eigenen Sorgen und Ängsten resultieren.</p>



<p>Diese gibt der gefühlten Spaltung der Gesellschaft Auftrieb. Und sie hat auf eine eigenartige Art und Weise wohl auch irgendwie damit zu tun, dass wir uns nicht mehr verstehen oder vielleicht besser: dass wir uns gegenseitig nicht mehr verstehen wollen. Kann man dem irgendwie gegensteuern und, wenn ja, wie?</p>



<p><strong>Verstehen-Wollen: Was die Gesellschaft von den Sozialwissenschaften lernen kann<br></strong><br>Als Sozialwissenschaftlerin werde ich häufig gefragt, welchen Nutzen die Sozialwissenschaften haben, oder auch, was sich Otto Normalverbraucher von den Sozialwissenschaften abschauen kann. Nicht immer lässt sich das so einfach beantworten. In diesem Fall aber schon. In den Sozialwissenschaften beschäftigen wir uns sehr genau und vor allem auch sehr selbstkritisch mit Grundlagen und Voraussetzungen des Verstehens.&nbsp;</p>



<p>Zentral für sozialwissenschaftliches Verstehen ist, dass man <em>nicht</em> versucht, Unbekanntes auf Bekanntes zurückzuführen, sprich: dass man bereit ist, über den Tellerrand des Vertrauten hinauszublicken. Der Prozess des sozialwissenschaftlichen Verstehens gestaltet sich dabei mehrstufig.</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Der erste und wichtigste Schritt ist die Perspektivenübernahme. Das heißt, es geht um die Frage „Was nimmt der bzw. die Andere von seinem bzw. ihrem jeweiligen sozialen und kulturellen Standort aus war?“, „Welche Wertvorstellungen und welche Muster der Lebensführung zirkulieren an diesem sozialen und kulturellen Standort und was markiert dort akzeptierte Normalitätsstandards?&#8220;, „Wie ist er oder sie sozialisiert, welche generationenprägenden Erfahrungen hat er bzw. sie gemacht?“, „Wie spiegelt sich dies im Denken, Fühlen und Handeln des/der jeweils Anderen wider?“ und, mit all dem verbunden, natürlich auch die Frage: „Welche Relevanzsetzungen trifft der bzw. die Andere im persönlichen Alltag und welche Motive liegen seinen bzw. ihren Lebensäußerungen zugrunde?“</li>



<li>Ein zweiter wichtiger Aspekt im Zusammenhang mit sozialwissenschaftlichem Verstehen ist das reflektierte Einbringen des eigenen Vorverständnisses. Es geht also um kritische Selbstreflexion und die Frage: „Lege ich aus oder interpretiere ich hinein?“</li>



<li>Und drittens versuchen wir in den Sozialwissenschaften eine Beziehung zwischen den Teilen und dem Ganzen herzustellen. Das heißt, es geht darum, das, was wir beobachten und was uns vielleicht durchaus irritiert, im Rahmen des jeweiligen Kontextes zu sehen. Hier schließt sich der Kreis und wir landen erneut bei Perspektivenübernahme, die einem Verstehen des/der Anderen zur Grundlage wird, wobei das Verstehen, wie Gernot Saalmann betont, immer auch ein Verstehen-Wollen voraussetzt.**</li>
</ul>



<p>Aus sozialpsychologischer Perspektive findet das Verstehen-Wollen abhängig von Persönlichkeitsfaktoren nicht bei jedem und jeder in gleichem Ausmaß Platz. Eitelkeit, Arroganz oder ein autoritärer Charakter blockieren das Verstehen-Wollen häufig. Aber auch Menschen mit brüchigen Identitätskonstruktionen und/oder sozialen Ängsten sind für ein Verstehen-Wollen nicht immer ausreichend offen; sie fühlen sich durch das Fremde, Andere, Unvertraute verunsichert und tendieren daher vielfach zum Vermeiden wie auch zum Vereinfachen. Anders gesagt: Sie lassen das Unvertraute, Andere in seiner Andersheit nicht an sich heran und gehen zum Prinzip des Verstehen-Wollens auf Distanz.***</p>



<p>Gerade in Zeiten der Krise, in der die sozialen Ängste, wie Umfragedaten zeigen, zunehmen und die Krisenbelastung dazu beiträgt, dass Identitätskonstruktionen brüchig werden, ist ein an Verstehen-Wollen orientiertes sich Konfrontieren mit dem Anderen, Unvertrauten, Fremden nicht mehr etwas, das wir so ohne weiteres voraussetzen können.</p>



<p><strong>Perspektivenübernahme als notwendige Vorleistung für kooperative Strategien</strong></p>



<p>Dass wir alle zunächst einmal blind sind für die Lebensrealitäten, die nicht die unseren sind, ist normal. Und auch, dass ein Aufeinander-Zugehen in einer zunehmend komplexen, unübersichtlichen und von zahlreichen gesellschaftlichen Herausforderungen geprägten Welt alles andere als einfach ist, ist verständlich.</p>



<p>Dass wir gerade deshalb Strategien der Perspektivenübernahme benötigen, um von dem, was sich in diesen Lebensrealitäten abspielt, überhaupt etwas mitzubekommen, aber auch, dass wir verstehen wollen müssen, wie diese Lebensrealitäten auf das Fühlen und Denken der Menschen zurückwirken, liegt auf der Hand. Wobei eines klar ist: Verstehen wollen bedeutet nicht immer automatisch auch akzeptieren.</p>



<p>Ich denke, wir müssen es irgendwie schaffen, (wieder) über unseren eigenen Tellerrand hinauszublicken. Wenn wir das nicht tun, werden wir uns zwar mehr Miteinander wünschen, aber dennoch weiterhin besorgt auf die zunehmende Spaltung der Gesellschaft blicken.</p>



<p></p>



<p class="has-small-font-size">* Im Kapitel „Soziale Krisenfolgen und Solidarprinzip aus lebensweltlicher Sicht junger Österreicherinnen und Österreicher“ des &nbsp;<a href="https://www.bundeskanzleramt.gv.at/dam/jcr:34a6f40f-db02-425c-b5f7-96bf1798cd05/8_jb_2023.pdf">8. Berichts zur Lage der Jugend in Österreich: Modul 2 – Lebenswelten und Werte</a> habe ich dazu für den Vergleichszeitraum 2020 bis 2023 Daten aufgearbeitet, siehe S. 247-253 <br>** vgl. Saalmann, Gernot: Verstehen können und verstehen wollen, in: Rehbein, Boike; Saalmann, Gernot (Hg.): Verstehen, Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 2009, S. 185-192<br>*** Saalmann, Gernot: Verstehen können und verstehen wollen, in: Rehbein, Boike; Saalmann, Gernot (Hg.): Verstehen, Konstanz: UVK Verlagsgesellschaft, 2009, S. 185-192, S. 189f</p>



<p></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-25e21774496fcddb814fdac606dd01d2">Foto: Pixabay</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/04/11/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-11-4-2024/">Gespaltene Gesellschaft – wie gegensteuern?</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<item>
		<title>Berufsorientierung – ein heißes Thema &#8230;</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/02/28/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-28-2-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Feb 2024 07:50:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Berufsorientierung]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend und Arbeitswelt]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Berufsorientierung ist ein heißes Thema – für Eltern, für Arbeitgeber und vor allem auch für die Jugend. Worum es Jugendlichen geht, liegt auf der Hand. Ihr Ziel ist es, herauszufinden welcher Beruf zu Ihnen passt, aber auch, welche Ausbildung sie brauchen, um in ihrem Wunschberuf erfolgreich Fuß zu fassen.</p>
<p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/02/28/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-28-2-2024/">Berufsorientierung – ein heißes Thema …</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p>Berufsorientierung ist ein ewig heißes Thema – für Eltern, für Arbeitgeber und vor allem auch für die Jugend. Worum es Jugendlichen geht, liegt auf der Hand. Ihr Ziel ist es, herauszufinden, welcher Beruf zu ihnen passt, aber auch, welche Ausbildung sie brauchen, um in ihrem Wunschberuf erfolgreich Fuß zu fassen.</p>



<p>Lädt man junge Menschen ein, zu sagen, was sie sich von ihrem zukünftigen Beruf erwarten, reagieren viele frei nach dem Motto „Wir wollen alles und das sofort!“ Jugendliche und junge Erwachsene haben sehr klare Vorstellungen von ihrem Traumberuf. Dennoch ahnen sie vage, dass der „ideale Job“, von dem sie träumen, nicht so einfach zu finden ist.</p>



<p>Erwerbsarbeit soll eine solide Existenzgrundlage schaffen. Mindestens ebenso wichtig ist jungen Menschen aber, dass sie sich in der Arbeit wohlfühlen und einer beruflichen Tätigkeit nachgehen, der sie gerecht werden und die sie, sieht man von kleinen motivationalen <em>ups and down</em>s, die wir alle kennen, einmal ab, alles in allem auch gerne ausüben. Um mit den Worten einer jungen Frau zu sprechen, die kürzlich bei uns an einer Fokusgruppe zum Thema „Fachkräfte von morgen: Arbeits­zufriedenheit, betriebliche Gesundheitsförderung und KI aus lebensweltlicher Sicht von Lehrlingen und Lehrabsolvent*innen“ teilnahm: „Arbeiten gehört zum Leben dazu&#8220;, aber: „Man sollte das, was man in der Arbeit tut, können <em>und</em> wollen!“</p>



<p>Herauszufinden, was man will und zugleich auch gut kann, genau das fällt vielen jungen Menschen allerdings nicht leicht. Umso wichtiger ist es, Jugendlichen bei der Bildungs- und Berufswahl und auch in der Berufseinstiegsphase zur Seite zu stehen.</p>



<p><strong>Junge Menschen verstehen den Begriff „Berufsorientierung“ breit</strong></p>



<p>Wir Erwachsene denken bei Berufsorientierung in der Regel an Unterstützung junger Menschen bei der Bildungswahl und halten Orientierungsangebote für wichtig, zumal der Bildungsweg, den Jugendliche wählen, über die beruflichen Möglichkeiten, die ihnen zukünftig offenstehen, wesentlich mitentscheidet.</p>



<p>Junge Menschen setzen den Begriff „Berufsorientierung“ hingegen breiter an. Sie verstehen Berufsorientierung als ein Angebot, dass sie über einen langen Zeitraum, von der Bildungswahl bis zum Berufseinstieg begleitet. Und: Sie haben viele Fragen, die sie in dieser Zeit beschäftigen und die sie von der Berufsorientierung beantwortet bekommen wollen.</p>



<p>Gute Berufsorientierung bedeutet aus lebensweltlicher Sicht junger Menschen nicht nur fachliche Expertise bei Bildungs- und Arbeitsmarktthemen, sondern vielmehr auch das gemeinsame Finden von kompetenten Antworten auf lebensweltliche Fragen, die für ihren weiteren Lebensweg entscheidend sind.</p>



<p><strong>Frage 1: </strong><strong>„Was will ich beruflich später gerne machen und was will ich keinesfalls?“</strong></p>



<p>Am Beginn steht die Frage: „Was will ich beruflich später gerne mal machen und was will ich keinesfalls?“ und, damit verbunden, „Welche Berufe passen überhaupt zu mir?“ Erstaunlicherweise ist gerade diese Frage für viele junge Menschen schwierig.</p>



<p>Worum es hier geht, ist, persönliche Interessen und Talente auszuloten (Stichwort: Eignung und Neigung). Worum es aber ebenso geht, ist, im Berufsorientierungsprozess gemeinsam mit den Jugendlichen die persönlichen Werte und die Motivation zu reflektieren, sprich: sich mit dem schwierigen Thema „Arbeitsethik“ auseinanderzusetzen und zu überlegen, inwieweit die Werte und Motivationslagen zu den Berufen, die die Jugendlichen in die engere Wahl fassen, passen.</p>



<p><strong>Frage 2: „Welche Ausbildungsmöglichkeiten gibt es in dem Berufsfeld, das mich interessiert?“</strong></p>



<p>Zweitens geht es im Berufsorientierungsprozess natürlich auch darum, junge Menschen kompetent zu informieren, welche Ausbildungsmöglichkeiten es in den Berufsfeldern, die sie interessieren, gibt. Jugendliche wünschen sich einen Überblick über die Bandbreite der Ausbildungswege, aber auch Infos zu den mit den jeweiligen Ausbildungswegen verbundenen beruflichen Möglichkeiten, zu Qualifikationserfordernissen und vor allem zu zukünftigen Arbeitsmarktchancen und Verdienstmöglichkeiten.</p>



<p>Informationsbedarf haben junge Menschen hier zu Beginn der Berufsorientierungsphase, also zu dem Zeitpunkt, wo sie gefordert sind, ihre Bildungsentscheidung zu treffen, aber selbstverständlich auch noch während ihrer Ausbildung. Mit dem Näherrücken des Berufseinstiegs wird kompetente Information für die noch in Ausbildung befindlichen Jugendlichen in der Regel sogar noch wichtiger.</p>



<p><strong>Frage 3: „Wie finde ich mit meiner Ausbildung einen guten und sicheren Job, der zu mir passt?“</strong></p>



<p>Je näher der Berufseinstieg rückt, desto stärker rückt auch die Frage „Wie finde ich mit meiner Ausbildung einen guten und sicheren Job, der zu mir passt?“ ins Zentrum. Auch hier sehen junge Menschen, ausgehend von ihrem breit gefassten Begriffsverständnis, die Berufsorientierung gefordert.</p>



<p>Gegen Ende der Ausbildung erwarten und erhoffen sie sich Unterstützung bei der Vorbereitung auf den Einstieg „ins richtige Berufsleben“. Viele beginnen sich für Strategien der Jobsuche zu interessieren. Die Frage, wie man ein gutes Bewerbungsschreiben verfasst, hat nun erstmals praktische Relevanz. Orientierungsbedarf gibt es aber auch in Sachen Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche und/oder Einstellungstests.</p>



<p>All das fällt nicht unbedingt in den Aufgabenbereich, den wir in der öffentlichen Debatte mit Berufsorientierung verbinden. Dennoch ist es wichtig, hier näher hinzusehen, und zwar nicht nur für die Jugendlichen, sondern auch für Betriebe, die auf der Suche nach gut qualifizierten jungen Arbeitskräften sind.</p>



<p>Die geburtenstarken Jahrgänge gehen bekanntermaßen gerade in Pension. Der Bedarf nach motivierten jungen Arbeitnehmerinnen und Arbeitsnehmern ist groß. Wenn lebensweltnahe Berufsorientierung in diesem Szenario einen Beitrag leistet, den Jugendlichen zu ermöglichen, das für sie Richtige zu finden, und im Gegenzug Unternehmen dazu verhilft, für die jeweilige zu besetzende Stelle die Richtige oder den Richtigen zu finden, hätten wir eine Win-Win-Situation.</p>



<p></p>



<p></p>



<p class="has-small-font-size"><strong>Aktuelle Forschungsprojekte des Instituts für Jugendkulturforschung zum Thema „Generation Z in der Arbeitswelt“: </strong></p>



<ul class="wp-block-list">
<li class="has-small-font-size"><a href="https://jugendkultur.at/2024/04/08/generation-safety-first-lehrlingsstudie-2024/" target="_blank" rel="noopener" title=""><strong>Generation „Safety First&#8220;: Erste Österreichische Lehrlingsstudie – Welle 4</strong></a>&nbsp;– Eigenstudie der Instituts für Jugendkulturforschung in Kooperation mit tfactory (2024)</li>



<li class="has-small-font-size">Exploration „Fachkräfte von morgen: Arbeitszufriedenheit, betriebliche Gesundheitsförderung und KI aus lebensweltlicher Sicht von Lehrlingen und LehrabsolventInnen&#8220; – Eigenstudie der Instituts für Jugendkulturforschung (2024)</li>
</ul>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-25e21774496fcddb814fdac606dd01d2">Foto: Pixabay</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/02/28/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-28-2-2024/">Berufsorientierung – ein heißes Thema …</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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		<title>Jugend und Politik: Gedanken zu einem schwierigen Thema</title>
		<link>https://jugendkultur.at/2024/02/10/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-10-2-2024/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Beate Großegger]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 10 Feb 2024 07:04:10 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Blogs]]></category>
		<category><![CDATA[Beate Großeggers Blog]]></category>
		<category><![CDATA[Demokratie]]></category>
		<category><![CDATA[Jugend und Politik]]></category>
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					<description><![CDATA[<p>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</p>
<p>Kürzlich hat ein junger, engagierter Journalist für ein Interview zum Thema „Jugend und Politik“ bei mir angefragt. Ich habe ihm abgesagt, da  ich aktuell nicht (mehr) zu diesem Thema arbeite. Aber warum eigentlich?</p>
<p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/02/10/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-10-2-2024/">Jugend und Politik: Gedanken zu einem schwierigen Thema</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h4 class="wp-block-heading"><a href="https://jugendkultur.at/author/bgrossegger/" target="_blank" rel="noopener" title="Beate Großeggers Blog"><strong>die_jugendforscherin: Beate Großeggers Blog</strong></a></h4>



<p>Kürzlich hat ein junger, engagierter Journalist für ein Interview zum Thema „Jugend und Politik“ bei mir angefragt. Ich habe ihm abgesagt, und zwar mit der Begründung, dass ich aktuell nicht (mehr) zu diesem Thema arbeite. Das war keine Ausflucht, sondern stimmt wirklich. Früher habe ich mich eingehend mit Jugend und Politik beschäftigt. Mittlerweile überlasse ich dieses Thema gerne anderen Leuten, vorzugsweise Leuten aus der Politikwissenschaft und Politikberatung. Aber warum eigentlich? Das habe ich mich, nachdem ich meine Absage per Mail abgeschickt hatte, selbst gefragt.</p>



<p><strong>Die Jugenddebatte nervt</strong></p>



<p>Ich empfinde die Debatte rund um Jugend und Politik ermüdend:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>den einen ist die Jugend zu unpolitisch,</li>



<li>andere wiederum sehen nur das kleine Segment der politisierten Jugend und stoßen sich an deren mangelnder Bereitschaft, pragmatische Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit zu finden</li>



<li>und wieder dritte denken, anstatt sich ernsthaft mit dem Verhältnis junger Menschen zur Institutionenpolitik zu befassen, lieber darüber nach, wie man taktisch am geschicktesten ansetzt, um im jungen Wählerinnen- und Wählerteich möglichst viele Stimmen abzufischen.</li>
</ul>



<p>Das ist aber nur einer der Gründe, warum ich mich derzeit schwerpunktmäßig mit anderen Forschungsthemen beschäftige. Ein zweiter, nicht unwesentlicher Grund, ist, dass sich im Verhältnis der Jugend zur Politik über die Jahre nicht so viel verändert hat, wie man vielleicht vermutet. Die Probleme sind uns in der Jugendforschung vielmehr seit langem bekannt.</p>



<p><strong>Die Politik(er)verdrossenheit junger Menschen ist nicht neu</strong></p>



<p>Über Jahrzehnte hinweg rangiert die Politik, wie die Jugend-Werteforschung zeigt, im Ranking der für junge Menschen wichtigen Lebensbereiche ganz unten. Politik(er)verdrossenheit und Politikdistanz sind bei weitem keine neuen Phänomene. Über Jahre hinweg zeigt sich, dass Jugendliche und junge Erwachsene den Interessenvertretungen, also beispielsweise der Arbeiterkammer oder auch der Wirtschaftskammer, deutlich mehr Vertrauen entgegenbringen als den politischen Institutionen, auf denen unsere Demokratie fußt.</p>



<p>Als anhaltenden Trend beobachten wir darüber hinaus, dass Möglichkeiten zur politischen Beteiligung von jungen Menschen grundsätzlich als wichtig erachtet werden, viele dabei allerdings einschränkend anmerken: „Beteiligungsmöglichkeiten sind wichtig für diejenigen, die mitreden wollen – ich mache das nicht“. Jugendliche differenzieren in Sachen „politische Partizipation“ demnach sehr klar zwischen „Prinzip“ und „persönlicher Praxis“. In der öffentlichen Debatte vermisse ich diesen differenzierten Blick auf Jugendbeteiligung häufig. Dies aber nur als Randnotiz, kommen wir zurück zum eigentlichen Thema.</p>



<p>Das Verhältnis Jugendlicher und junger Erwachsener zur Politik ist ein schwieriges. Und das ist, wie gesagt, nicht neu. Was man allerdings durchaus festhalten kann, ist, dass sich die Sache zuspitzt. Im Klartext heißt das, der Vertrauensverlust gegenüber der Politik wird größer. Die Gruppe der politikdistanzierten Jugendlichen wächst. Der viel beschworene politische Dialog mit der Jugend, den angeblich alle (ver)suchen, ist vor allem aus Sicht der Gruppe der Politikdistanzierten nicht viel mehr als ein populäres Schlagwort in einer Jugenddebatte, die nach wie vor oft über die Köpfe der Jugend hinweg geführt wird.</p>



<p><strong>Die Politik ist für viele Jugendliche „eine Enttäuschung“</strong></p>



<p>Vor allem politikdistanzierte Jugendliche reagieren enttäuscht. Warum das so ist, liegt eigentlich auf der Hand. Junge Menschen haben sehr konkrete Vorstellungen davon, was Politik leisten sollte:</p>



<ul class="wp-block-list">
<li>Die breite Mehrheit sieht die Institutionenpolitik in der Rolle, eine Dienstleistung für die Bürgerinnen und Bürger zu erbringen.</li>



<li>Sie erwartet sich ein konstruktives Management der großen Fragen und Probleme unserer Zeit.</li>



<li>Und sie wünscht sich, dass die Politik innerhalb unserer demokratischen Ordnung gute Rahmenbedingungen für das Alltagsleben der Menschen schafft.</li>
</ul>



<p>Enttäuschung resultiert daraus, dass Wunsch und Wirklichkeit oft weit auseinanderklaffen.</p>



<p><strong>Selbstreferenzielle Systemlogiken fördern die Frustration</strong></p>



<p>Junge Menschen erleben die gesellschaftliche Leistungssphäre der Politik als Bühne für einen nicht enden wollenden Kampf um Deutungshoheit. Und sie stoßen sich daran, dass sich die politischen Akteure und Akteurinnen in diesem Ringen allzu sehr mit sich selbst beschäftigen. Referenzpunkt für ihr politisches Handeln ist nicht, wie es sich Jugendliche und junge Erwachsene wünschen, die Bevölkerung und es sind auch nicht einmal immer die großen Fragen unserer Zeit. Es sind die politischen Mitbewerber und Mitbewerberinnen.</p>



<p>Junge Leute erleben Politik als Karussell, das sich mit enormer Geschwindigkeit um das eigene Zentrum dreht und das, was außerhalb Thema ist, daher meist nur sehr verschwommen wahrnimmt. Dies ist zweifellos ein Problem.</p>



<p>Was also tun? Als Jugendforscherin bekomme ich diese Frage vorzugsweise dann gestellt, wenn die entscheidungsrelevanten Handlungsträger und Handlungsträgerinnen mit ihrem Latein am Ende sind. Aber bin ich wirklich die richtige Adressatin?</p>



<p><strong>Politik neu denken</strong></p>



<p>„Das Problem zu erkennen, ist wichtiger als die Lösung zu erkennen, denn die genaue Darstellung des Problems führt zur Lösung“ – ich muss an einen klugen Satz denken, der Albert Einstein zugeschrieben wird und der mir in meiner Arbeit als Inspiration dient, mit forschender Neugier neue Erkenntnisse zu gewinnen.</p>



<p>Was „Jugend und Politik“ betrifft, haben Jugendforscherinnen und Jugendforscher die Problemanalyse bereits geliefert, und das noch dazu nicht erst gestern. Konsequenzen daraus abzuleiten, um das Verhältnis junger Menschen zur Politik zu verbessern und gemeinsam mit jungen Menschen Politik neu zu denken, scheint mir die Aufgabe anderer zu sein.</p>



<p><a href="https://jugendkultur.at/institut/team/dr-beate-grossegger/"><br></a></p>



<p class="has-cyan-bluish-gray-color has-text-color has-link-color has-small-font-size wp-elements-25e21774496fcddb814fdac606dd01d2">Foto: Pixabay</p><p>The post <a href="https://jugendkultur.at/2024/02/10/die_jugendforscherin-beate-grosseggers-blog-10-2-2024/">Jugend und Politik: Gedanken zu einem schwierigen Thema</a> first appeared on <a href="https://jugendkultur.at">Institut für Jugendkulturforschung</a>.</p>]]></content:encoded>
					
		
		
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