Zwischen Freakout & Normcore

Lektüre-Tipp: Zwischen Freakout und Normcore − Jugend und Jugendkulturen in den späten 2010er Jahren

Dr. Beate Großegger analysiert in einem aktuellen Beitrag für die Fachzeitschrift „Österreichisches Religionspädagogisches Forum” 1/2017 jugendkulturelle Trends im Kontext des Wertewandels und stellt Konsequenzen für die pädagogische Arbeit zur Debatte.


 

Jugendkulturen in der Zeitmaschine

Bis gegen Ende des 20. Jahrhunderts setzten Jugendkulturen unübersehbare Kontraste zum Etablierten und öffneten dabei auch Freiräume für politische und vor allem lebensstilistische Rebellion. Heute hat die Jugend das so genannte Establishment aus den Augen verloren. Die breite Mehrheit gibt sich postheroisch, vertritt individualitätsbezogene Werte und träumt, eingeschlossen in ihre bunten Lifestyleblasen, vom perfekten „Leben in stereo”.

Bezugnehmend auf Exklusivdaten der Jugend- und Generationenforschung des Instituts für Jugendkulturforschung/generationlab gibt Beate Großegger in ihrem Fachbeitrag einen Überblick über die wichtigsten Werte- und Lifestyletrends im frühen 21. Jahrhundert und zeigt dabei, wie sehr die heutige Jugend Kind ihrer Zeit und Produkt gesellschaftlicher Rahmenbedingungen ist.

Mehrere gesellschaftliche Entwicklungen spielen hier eine Rolle, so Großegger:

  • Erstens: Die heutige Jugend wächst in Zeiten der fortschreitenden Enttraditionalisierung und Vervielfältigung möglicher Lebensentwürfe heran.
  • Zweitens: Die digitale Mediatisierung verändert die Alltagsorganisation und Welterfahrung junger Menschen.
  • Drittens: Die Wettbewerbsgesellschaft zeigt neue Dynamiken, die Halbwertszeiten des beruflich relevanten Wissens werden kürzer − selbst gut qualifizierte junge Menschen empfinden dies als Herausforderung.
  • Viertens: Die Erfolgsgesellschaft schwört die heutige Jugend auf das Marktgängige ein.
  • Fünftens: Die Migrationsgesellschaft und die Flüchtlingskrise bringen neue Dynamiken in die Auseinandersetzung mit dem Eigenen und dem Fremden.
  • Sechstens: Die Generation der Millennials steht an einer Bruchkante von Altem und ungewissem Neuen, Unsicherheit prägt ihr Lebensgefühl.

 

Aus dem Inhalt:

  • Jugendkultureller Zeitgeist in „words of relevant mouth”
  • Nicht nur die Gesellschaft hat Fragen an die Jugend, die Jugend hat auch Fragen an die Gesellschaft
  • Die Gesellschaft ändert sich, die Jugend auch
  • Unsicherheit als dominantes Lebensgefühl der heutigen Jugend
  • Der Trend zu neo-sozialen Tugenden
  • Anti-Anti-Establishment, Normcore und existenzielle Indifferenz: Jugendkultur(en) in der Ära des Post-Utopischen

 

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