Public Science Breakfast: Generation supercool

Am 16.3.2017 startete unsere neue Veranstaltungsreihe „Public Science Breakfast” mit einem Vortrag von Mag. Bernhard Heinzlmaier zum Thema „Generation supercool”.

 



„Generation supercool” − Empathielosigkeit und soziale Kälte unter Jugendlichen der Konkurrenzgesellschaft

  • Was? − Public Science Breakfast zum Thema „Generation supercool: Empathielosigkeit und soziale Kälte unter Jugendlichen in der Konkurrenzgesellschaft”
  • Wann? − Donnerstag, 16. März 2017
  • Wo? − Institut für Jugendkulturforschung, Alserbachstraße 18/7. OG, 1090 Wien
  • Referent: Bernhard Heinzlmaier

Das Programm:

  • ab 9:30 Uhr: Einlass
  • 10:00 Uhr: Vortrag (ca. 45 Minuten, anschließend Diskussion mit dem Referenten)
  • danach Gelegenheit zu weiteren Gesprächen bei einem kleinen Frühstück
  • 12:00 Uhr: Ende
Der Vortrag:
Das Leitideal der Jugend unserer Zeit ist die Coolness. Der Begriff steht für die gekonnte Demonstration einer abgeklärten, unaufgeregten Fassade über alle Höhen und Tiefen des psychischen Innenlebens hinweg. Im Zustand der Coolness zerreißt das Band zwischen Gefühl und Performativität. Das psychische Selbst wird nicht mehr durch das ästhetische Selbst repräsentiert. Der junge Mensch umgibt sich mit einem Panzer der Gelassenheit, dessen äußeres Erscheinen positives „Imagebuilding” befördert, während er seinen Träger nach Innen hin bedrängt und bedrückt.In der Konkurrenzgesellschaft wird Pokerface getragen.
Man lässt sich vom Mitbewerber nicht in die (Gefühls-)Karten schauen. Auch fremdes Leid und anderer Freud wird scheinbar ungerührt zur Kenntnis genommen. Man gibt sich neutral, um nicht in Bindungen und Beziehungen zu geraten, die am Ende nachteilig für die eigenen Interessen sein könnten. Die demonstrative Coolness wird irgendwann zur realen, zur tatsächlichen Coolness. Gespielte Empathielosigkeit wird zur authentischen Empfindung. Der Mensch, der lange so getan hat, als wäre er cool, kühlt wirklich ab.
Sind wir dem Trend zur demonstrativen Abgeklärtheit hilflos ausgeliefert? Müssen wir die immer kälter und kalkulierender werdende Kultur der Wettbewerbsgesellschaft zur Kenntnis nehmen, ohne etwas dagegen tun zu können? Oder gibt es wirkungsvolle Gegenstrategien und subversive „anti-coole” Taktiken, die unsere Gesellschaft wieder empfindsamer und mitfühlender machen können?