Jugend und Konsum

Jugendverschuldung ist ein heiß diskutiertes Thema, mit dem sich FM4 und Ö1 am 12. und 13. November 2012 im Rahmen eines Themen-Specials beschäftigten.

Die Journalistin Veronika Weidinger interviewte Betroffene und ExpertInnen und sprach mit Dr. Beate Großegger über Konsumkulturen Jugendlicher. Mehr zum Schwerpunktthema “Jugend und Konsum in sozialen Randlagen” lesen Sie hier.

 


 

Markenorientierung Jugendlicher in sozialen Randlagen

Marktforschungsstudien zeichnen generell ein freundliches Bild der Markenorientierung Jugendlicher. Marken unterstützen Jugendliche darin, ihren persönlichen Stil zu finden und Zugehörigkeit auszudrücken, so heißt es. Diejenigen, von denen hier die Rede ist, sind freilich Jugendliche, die in einer materiell weitgehend gesicherten Lage leben und sich Markenorientierung leisten können. Doch was ist mit jenen, die in prekären Verhältnissen aufwachsen und für die das nicht in gleichem Maße gilt?

Auch sie konsumieren – so gut es eben geht: insbesondere Dinge, die Prestige bringen und die „Spaß machen“. Dabei gilt: Der Selbstwert steigt, wenn etwas konsumiert wird, was weder lebensnotwendig, noch – gemessen an der eigenen prekären Lebenssituation – im engeren Sinne „sinnvoll“ ist.

Ein an Prestigegewinn orientierter demonstrativer Konsum, wie wir ihn hier beobachten, bringt  nur dann Prestige, wenn etwas konsumiert wird, was man nicht  zum Leben braucht. Darauf hat bereits Thorstein Veblen in seiner 1899 erstveröffentlichten und heute als Klassiker der Soziologie geltenden „Theorie der feinen Leute“ hingewiesen. „Die gesamte Geschichte demonstrativen Verbrauchs wird natürlich von einer Bedingung beherrscht, nämlich der, dass die Ausgaben, sollen sie das Ansehen des Konsumenten auch wirklich erhöhen, überflüssig sein müssen”, so Veblen.

 

Fachbeitrag des Instituts für Jugendkulturforschung zum aktuellen Schwerpunktthema:

 

Weitere Infos zur Autorin:

  • Dr. Beate Großegger  ist wissenschaftliche Leiterin und stv. Vorsitzende des Instituts für Jugendkulturforschung in Wien