Liv Stephan / www.jugendfotos.at

Generation Selfie

In der ersten Hälfte der 2010er Jahre definieren Online Social Media junge Populärkultur und spielen in der Jugendkultur eine ähnlich zentrale Rolle wie einst die Popmusik.

Jugendliche und junge Erwachsene agieren im Web 2.0 als Lifestyle-ReporterInnen in eigener Sache. Erstaunlich viele präsentieren sich dabei als begnadete SelbstdarstellerInnen.


 

Mehr zum Thema:

  • Generation Selfie − Pics or it didn’t happen: Am 28.11.2016 stellte der BMWFW-Science Talk mit Dr. Beate Großegger (Institut für Jugendkulturforschung), Prof. Dr. Nestor Kapusta (Medizin. Universität Wien) und Dr. Petra Missomelius (Universität Innsbruck) die „Generation Selfie” zur Debatte − Nachlese

ExpertInnen-Kommentar:

 

Die Repräsentativ-Studie:

Wie die vom Institut für Jugendkulturforschung 2014 durchgeführte „Generation Selfie“ zeigt, machen 57 Prozent der 14- bis 29-Jährigen mit der Handykamera Fotos von sich und laden sie dann auf Web 2.0-Plattformen ins Netz. Besonders selfie-affin sind Jüngere, weibliche Jugendliche sowie Jugendliche aus performativen Jugendkulturen wie der HipHop-Szene.

Die Art und Weise, wie sich Jugendliche in den Selbstporträts, mit denen sie sich ins virtuelle Schaufenster stellen, zeigen, orientiert sich am Gefälligen und an den ästhetischen Standards, die die Medien- und Werbelandschaften prägen. „In gewisser Weise ist die Generation Selfie eine Generation von Normopathen, die sich lieber am Geschmack der Masse orientiert, als eigenwillig mit Individualität zu experimentieren und im Körperbild ganz bewusst auf Brüche mit der Norm zu setzen“, so kommentiert Studienleiterin Dr. Beate Großegger.

„Selfies sind mittlerweile aber nicht mehr nur ein jugendkulturelles Phänomen, sondern taugen auch als populärer Marketing-Gag. Das zeigt sich etwa am Beispiel von Ellen deGeneres, die bei der Oscarverleihung mit einem promigespickten Selfie-Foto einen neuen Rekord auf Twitter aufstellte”, ergänzt Co-Studienleiterin Martina Schorn.

Die bei jungen ÖsterreicherInnen 2014 populärsten Web 2.0-Plattformen sind neben YouTube übrigens nach wie vor Facebook und WhatsApp: 85 Prozent der 14- bis 29-jährigen ÖsterreicherInnen nutzen Facebook, 69 Prozent WhatsApp, 63 Prozent beides.

Ausgewählte Medienstimmen:

 

Generation Selfie − Studiensteckbrief:

  • Die Themen: Musikpräferenzen – Freizeitinteressen – beliebte Sportarten – Sportausübung – Web 2.0-Nutzung – Selfies – jugendkulturelle Szenen
  • Der Fragebogen: 10 geschlossene Fragen, 1 offene Frage
  • Die Stichprobe: Quotenstichprobe, n=600: quotiert nach Alter, Geschlecht, Erwerbstätigkeit; Anteil Jugendliche mit Migrationshintergrund: beide Eltern im Ausland geboren = 16,7%, ein Elternteil im Ausland geboren = 7,3%
  • Art der Befragung: online
  • Studienleitung: Dr. Beate Großegger/Martina Schorn BA BA

 

Bestellung:

Der Datenband der Studie „Generation Selfie“ ist direkt über das Institut für Jugendkulturforschung zum Preis von Euro 390.- (zzgl. 20% USt.) erhältlich.

  • Leistungen: Tabellenband mit folgenden Breaks: 14 bis 29 Jahre gesamt, weiblich/männlich, „Selfie“ (= Jugendliche, die Selfies online stellen)/„Non-Selfie“ (= Jugendliche, die keine Selfies online stellen); Chartsband mit folgenden Breaks: 14 bis 29 Jahre gesamt, weiblich/männlich, „Selfie“ (= Jugendliche, die Selfies online stellen)/„Non-Selfie“ (= Jugendliche, die keine Selfies online stellen)
  • Bestellung via Online-Shop / Rubrik Studien
  • Bestellung per Mail unter: bestellung@jugendkultur.at
  • Studienpräsentationen und Spezialvorträge zum Thema: Preise auf Anfrage